Doch kein Afrika-Office : Trump-naher Investor eingestiegen – nun kämpft der Twitter-Chef um seinen Job

Der neue Investor rüttelt am Chefsessel von Twitter-CEO Jack Dorsey.
Der neue Investor rüttelt am Chefsessel von Twitter-CEO Jack Dorsey.

Ein großer Sponsor der US-Republikaner sorgt für Unruhen bei Twitter. CEO Jack Dorsey macht erste Zugeständnisse.

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06. März 2020, 15:49 Uhr

San Francisco | Twitter-Chef Jack Dorsey überdenkt nach Druck von Investoren seine Absicht, den Kurznachrichtendienst ein halbes Jahr lang von Afrika aus zu führen. "Angesichts all dessen, was in der Welt passiert, besonders mit Blick auf das Coronavirus, muss ich neu überlegen, was passiert und was das für mich und das Unternehmen bedeutet", sagte Dorsey am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz. Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen Dorseys nach Medienberichten, wonach der Finanzinvestor Elliott Management sich einen Anteil von rund vier Prozent an Twitter gekauft hat und einen Chefwechsel durchsetzen will.

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Dabei störte sich Elliott den Berichten zufolge nicht nur an den Afrika-Plänen, sondern auch daran, dass Dorsey gleichzeitig Twitter und den von ihm gegründeten Bezahldienst Square führt.

Diese Doppelrolle verteidigte Dorsey bei dem Auftritt auf einer Konferenz der Bank Morgan Stanley ausdrücklich. Er habe "genug Flexibilität", um beiden Chefposten gleichzeitig gerecht zu werden. Bei den Afrika-Projekt räumte er hingegen Fehler in der Kommunikation ein. Es gehe nicht darum, "einfach abzuhängen" oder unbezahlten Urlaub zu nehmen. Er habe nicht deutlich genug gemacht, dass es ihm dabei darum gegangen sei, den Kontinent besser kennenzulernen, von dem viele künftige Twitter-Nutzer kommen würden.

Weiterlesen: Bizarres Abendessen: Mark Zuckerberg serviert Jack Dorsey eine Ziege

Elliott Management erzwang 2019 Chefwechsel bei Ebay

Elliott Management ist bekannt dafür, sich einen Anteil an Unternehmen zu kaufen und dann dem Management seine Forderungen zu diktieren. Im vergangenen Jahr gelang es dem Investor zum Beispiel, einen Chefwechsel bei der Online-Handelsplattform Ebay zu erzwingen. Bei Twitter kritisiert Elliott den Berichten zufolge eine niedrige Profitabilität, die vor allem im Vergleich zu anderen Plattformen schwache Entwicklung der Aktie sowie einen mangelnden Fokus von Dorsey.

Der Finanzinvestor selbst äußerte sich bisher nicht öffentlich. Paul Singer, der Milliardär und Gründer hinter Elliott Management, spendete in der Vergangenheit enorme Summen an die Republikaner. Im Wahlkampf unterstützte er 2016 zunächst die Kontrahenten von Donald Trump, doch er änderte seine Meinung und steuerte sogar eine Million Dollar für die Amtseinführungsfeierlichkeiten bei.

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