Massiver Stellenabbau : Commerzbank will jede fünfte Filiale schließen

Die Commerzbank plant einen massiven Stellenabbau.
Die Commerzbank plant einen massiven Stellenabbau.

Die Commerzbank will voraussichtlich unter dem Strich rund 2300 weitere Vollzeitstellen streichen.

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20. September 2019, 15:24 Uhr

Frankfurt/Main | Die Commerzbank will sich mit dem Abbau weiterer Stellen und Filialschließungen gegen die Ertragsschwäche stemmen. Voraussichtlich fallen rund 4300 Vollzeitstellen weg. Weil gleichzeitig an anderer Stelle rund 2000 Vollzeitstellen geschaffen werden, verbleibt unter dem Strich ein Abbau von rund 2300 Jobs. Die Details sollen in den nächsten Monaten ausgearbeitet werden. Ziel sei, den geplanten Stellenabbau "möglichst sozialverträglich" zu gestalten.

"Ein weiterer konzernweiter Stellenabbau ist leider unvermeidbar", heißt es in einer Pflichtmitteilung für die Börse vom Freitag. "Vorstand und Aufsichtsrat haben noch zu keinem Punkt des Strategieprogramms eine Entscheidung getroffen", betonte das Frankfurter Geldhaus in der Mitteilung. Der Entwurf der Strategie wird am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche (25./26.9.) mit dem Aufsichtsrat erörtert. Tags darauf will Vorstandschef Martin Zielke die Ergebnisse vorstellen.

Schließung von 200 Filialen

Die Commerzbank hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich reduziert. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank von 43.300 auf 40.700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach aktueller Planung etwa 38.000 sein. Ursprünglich wollte der Vorstand die Belegschaft auf 36.000 Vollzeitkräfte verringern. Doch weil Aufgaben im Zuge der Digitalisierung stärker im eigenen Haus und weniger an externe Dienstleister vergeben werden sollen, setzte der Vorstand die Zielmarke nach oben. In Köpfen gerechnet beschäftigte die Bank Ende Juni 48.644 Mitarbeiter, davon gut 34.900 im Inland.

Die Zahl der Filialen will die Commerzbank voraussichtlich um rund 200 auf etwa 800 verringern. Welche Standorte betroffen sein könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Seit einiger Zeit setzt das Institut auf einen Mix aus Kleinstfilialen und großen Standorten mit Komplettangebot.

Verkauf von polnischer mBank

Die Commerzbank strebt im Zuge ihrer Neuausrichtung auch einen Verkauf ihrer polnischen Tochter mBank an. Dies würde Geld in die Kasse spülen und eine schnellere Umsetzung der Strategie und der damit verbundenen Investitionen ermöglichen, teilte das Frankfurter Geldhaus mit.

Die vergleichsweise profitable mBank ist an der Warschauer Börse gelistet und wird dort derzeit mit rund 3,1 Milliarden Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,3 Prozent an dem Institut. Durch einen Verkauf der Anteile könnte sie rechnerisch gut zwei Milliarden Euro einnehmen. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über einen möglichen Verkauf der mBank berichtet.

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