Nach Entlassung des Vorstandschefs : Verbotene Affäre seines Bosses: Auch McDonald's-Personalchef wirft hin

McDonald's muss sich nun auch nach einem neuen Personalchef umsehen.
McDonald's muss sich nun auch nach einem neuen Personalchef umsehen.

Nach dem Abgang des McDonald's-Chef Steve Easterbrook kommt das Management des Konzerns nicht zur Ruhe.

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05. November 2019, 14:21 Uhr

Washington | Der Vorstandsvorsitzende der Schnellrestaurantkette McDonald's ist wegen einer Beziehung mit einer ihm dienstlich unterstellten Person entlassen worden. Mit der Beziehung habe Steve Easterbrook "schlechtes Urteilsvermögen" an den Tag gelegt und gegen Vorschriften der Firma verstoßen, begründete McDonald's am Sonntag die Entscheidung des Aufsichtsrats.

Sein Nachfolger wird demnach Chris Kempczinski sein, der bislang für das US-Geschäft mit seinen rund 14.000 Filialen zuständig war. Kempczinski arbeitet seit 1993 mit kurzen Unterbrechungen für McDonald's, seit 2015 war er Vorstandsvorsitzender des Konzerns.

Doch bevor wieder Ruhe im Management des Konzerns eintreten konnte, wurde am Montag ein weiterer Abgang bekannt: Personalchef David Fairhurst verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch, wie er auf Twitter mitteilte. Fairhurst nennt keine Gründe für seine Entscheidung, doch in US-Medien wird vermutet, dass er mit der Entlassung von Easterbrook nicht einverstanden war.


"Das war ein Fehler"

Easterbrook hatte seinen Fehler gegenüber seinen Mitarbeitern eingestanden. US-Medien zitierten aus einer E-Mail, die er bereits am Sonntag verschickt hatte. "Das war ein Fehler", schrieb er demnach. "In Anbetracht der Werte des Unternehmens bin ich auch der Meinung des Aufsichtsrats, dass es für mich Zeit ist weiterzuziehen." Laut verschiedener Berichte ist Easterbrook geschieden und Vater dreier Kinder.

Steve Easterbrook hat sich verliebt – und seinen Job verloren. Foto: afp/Drew Angerer
afp/Drew Angerer
Steve Easterbrook hat sich verliebt – und seinen Job verloren. Foto: afp/Drew Angerer


Die Beziehung, die zur Entlassung führte, wurde laut McDonald's von beiden Seiten gewünscht. Die Unternehmensmitteilung ließ keinen Schluss darauf zu, ob Easterbrook mit einem Mann oder einer Frau liiert war. Im englischen Sprachgebrauch ist das nicht ungewöhnlich.

Das Unternehmen mit weltweit rund 36.000 Schnellrestaurants hatte seine Investoren unter Easterbrooks Führung zuletzt eher enttäuscht. Im dritten Quartal war der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) gesunken. Der US-Absatz in etablierten Filialen legte mit einem Plus von 4,8 Prozent zwar zu, blieb aber unter den Prognosen der Analysten.

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