Skandalinterview von Michael O'Leary : Strengere Flughafen-Kontrollen für Muslime? Massive Kritik an Ryanair-Chef

Ryanair-Chef Michael O'Leary steht wiederholt massiv in der Kritik. Foto: dpa/Brian Lawless/PA Wire
Ryanair-Chef Michael O'Leary steht wiederholt massiv in der Kritik. Foto: dpa/Brian Lawless/PA Wire

In Begleitung ihrer Familie seien muslimische Männer hingegen grundsätzlich keine Gefahr, sagte O'Leary.

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22. Februar 2020, 11:18 Uhr

Swords | Ryanair-Chef Michael O'Leary hat mit Äußerungen über Gefahren durch muslimische Männer einen Proteststurm ausgelöst. Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Times" hatte der Chef der irischen Billigfluggesellschaft vorgeschlagen, muslimische Männer vor dem Abflug strengeren Sicherheitskontrollen zu unterziehen als andere Passagiere. In einer Mitteilung der Airline vom Sonntag hieß es dagegen, O'Leary habe sich nur für "effektivere Sicherheitskontrollen an Flughäfen ausgesprochen, die auch zu weniger überflüssigen Warteschlangen für alle Passagiere führen würden".

Wer sind die Bombenattentäter? Es werden alleinreisende Single-Männer sein ... Man kann ja nichts sagen, weil das als rassistisch gilt, aber es werden generell Männer muslimischen Glaubens sein. Michael O'Leary, CEO von Ryanair


In dem am Samstag veröffentlichten Interview hatte der Ryanair-Chef nach Angaben der "Times" unter anderem gesagt: "Wer sind die Bombenattentäter? Es werden alleinreisende Single-Männer sein ... Man kann ja nichts sagen, weil das als rassistisch gilt, aber es werden generell Männer muslimischen Glaubens sein." In Begleitung ihrer Familie seien muslimische Männer hingegen keine Gefahr, meint der für polarisierende Äußerungen bekannte Firmenboss. Das Risiko, dass sie sich mit ihren Kindern in die Luft sprengen würden, sei gleich Null. "Vor 30 Jahren" sei die Gefahr dagegen noch von Iren ausgegangen.

O'Leary war in der Vergangenheit schon häufiger mit kontroversen Positionen aufgefallen. So hatte er etwa vorgeschlagen, die Benutzung der Bord-Toiletten auf Ryanair-Flügen kostenpflichtig zu machen oder von besonders dicken Passagieren mehr Geld zu verlangen.

Rat der Muslime: Islamfeindlichkeit schamlos ausgesprochen

Der Rat der Muslime in Großbritannien bezeichnete die Äußerungen als "rassistisch und diskriminierend". Es sei eine Schande, dass der Chef einer Fluggesellschaft Islamfeindlichkeit so offen und schamlos ausspreche. Nach Ansicht der Organisation Tell Mama, die islamfeindliche Vorfälle registriert und Opfern hilft, könnte O'Leary mit solchen Worten sein eigenes Geschäft schädigen.

Auch der Labour-Abgeordnete und Sprecher des Zentralrats der Muslime in Großbritannien, Khalid Mahmood, verurteilte die Äußerungen und verwies auf das Blutbad in Hanau durch einen Deutschen. "Sollen wir nun weiße Menschen einem Profiling unterziehen, um zu sehen, ob sie Faschisten sind?"

Beim Profiling werden Menschen auf Grundlage von Stereotypen und äußerlichen Merkmalen als verdächtig eingestuft und überprüft. So sah sich die Kölner Polizei vergangenes Jahr dem Vorwurf "rassistischen Profilings" ausgesetzt, nachdem sie mehrere junge Muslime gestoppt hatte – sie waren irrtümlich unter Terrorverdacht geraten, als sie zum Ende des Ramadans mit langen Gewändern in den Hauptbahnhof gelaufen waren und nach Zeugenaussagen "Allahu Akbar" gerufen hatten.

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