Werbespot zu Verpackungsstrategie : Bei Edeka gibt es bald nur noch "nackte" Gurken

Durch den Verzicht auf Folie bei Gurken spart Edeka nach eigenen Angaben 90 Tonnen Plastik pro Jahr ein.
Durch den Verzicht auf Folie bei Gurken spart Edeka nach eigenen Angaben 90 Tonnen Plastik pro Jahr ein.

Der Edeka-Lebensmittelkonzern will Plastik einsparen und Gurken und Tomaten künftig ohne Plastikverpackungen anbieten.

von
05. September 2019, 11:51 Uhr

Hamburg | Gurken stecken in einer Kunststoffpelle, Tomaten in einem Plastikeimer und Paprika gibt es nur tütenweise: Nach eigenen Angaben bietet Edeka bereits die Hälfte seines Obst- und Gemüsesortiments unverpackt an. Nun will der Konzern seinen Kampf gegen Verpackungsmüll verstärken.

Neue Verpackungsstrategie soll Plastik reduzieren

Demnach wird der Edeka-Fruchtkontor, der den Einzelhandel bundesweit mit Obst und Gemüse beliefert, seine Verpackungsstrategie umstellen:

  • Salatgurken – egal ob bio oder nicht – sollen nur noch unverpackt in den Einzelhandel kommen.
  • Tomaten soll es in den Edeka-Märkten häufiger lose oder in Kartonschalen geben.
  • Statt bisher die Plastikhüllen sollen viele Früchte direkt mit Etiketten oder Laserdruck gekennzeichnet werden.
  • Weiter Plastiktüten sparen möchte Edeka, indem sie kostenpflichtige Mehrwegnetze in der Gemüseabteilung und Mehrwegboxen an den Fleisch- und Wursttheken anbietet.

Werbespot zieht drastischen Vergleich zum Plastikwahn

Im Zuge der neuen Verpackungsstrategie veröffentlichte Edeka einen neuen Werbespot. "Natur kommt unverpackt" ist der Gedanke dahinter: In dem Werbespot bringt eine Frau ein Baby zur Welt und bekommt es zu ihrer Überraschung vom Geburtshelfer in Plastik gewickelt überreicht. Die Frau erwacht auf einem Sofa mit dem Baby auf dem Bauch und blickt irritiert zu ihrem Mann, der offenbar versucht, eine Tüte mit Paprikas zu öffnen.

Auch Tomaten von der "Gemüse-Insel" bald nicht mehr in Plastikhüllen

Auch an der Produktquelle gibt es Fortschritte beim Verpackungsverzicht: Die Gemüsevermarkter auf der Bodensee-Insel Reichenau wenden sich vom Plastik ab. Sie erzeugen jährlich rund 16.000 Tonnen Gemüse für den Handel, darunter Tomaten, Gurken, Salat und Paprika. Bislang wurden etwa die Tomaten stets in Plastik gewickelt ausgeliefert. Noch in dieser Saison soll das Gemüse nur noch in Pappschalen aus 85 Prozent Altpapier die Insel verlassen.

Die Erzeugerorganisation Reichenau-Gemüse teilte mit, dafür eine weltweit einzigartige Verpackungsmaschine zu benutzen. Sie wurde vor wenigen Wochen auf die Insel geliefert. Entstanden sei sie in Zusammenarbeit mit einem Tüftler von der Schwäbischen Alb. Mit ihr könnten die Anforderungen an Schutz, Sichtbarkeit und Deklaration der Ware – frei von Kunststoff – erfüllt werden.

Mehr Links zum Thema

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen