Umstrittene Gaspipeline in der Ostsee : Nord Stream 2: Ukraine verlangt Kurswechsel von Deutschland

Der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin.
Der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin.

Laut eines Medienberichts stellt der ukrainische Außenminister Klimkin Forderungen an CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer.

svz.de von
11. Februar 2019, 18:08 Uhr

Kiew | Die Ukraine missbilligt die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2. Eine weitere Abhängigkeit Deutschlands von russischen Gaslieferungen könne "unabsehbare geopolitische Folgen für alle Europäer" nach sich ziehen, befürchtet der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin laut eines Berichts der "Bild"-Zeitung.

Bau der Ostseepipeline "eine Belohnung"

Der Politiker stellt deshalb auch neue Forderungen an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie solle sich gegen den Nord-Stream-freundlichen Kurs von Kanzlerin Angela Merkel stellen. Eine "klare Kante der CDU-Spitze gegenüber dem Projekt und dem zukünftigen russischen Gasmonopol in Europa" sei wichtig, so Klimkin. Russland werde durch die deutsche Politik zwar mit Sanktionen belegt, der Bau der neuen Ostseepipeline sei jedoch eine Belohnung.

Lesen Sie auch: Nord Stream 2: EU-Staaten einigen sich auf Kompromiss

Russland betrachtet das Nachbarland als sein Einflussgebiet. Es hat eingegriffen, als dort 2014 nach Massenprotesten der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch fliehen musste. Dass Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibte, werten Deutschland und die anderen EU-Länder als brutalen Verstoß gegen die europäische Friedensordnung. Moskau stützt mit seiner Militärmacht auch die prorussischen Separatisten in der Ostukraine. Die EU und die USA haben Russland deshalb mit Sanktionen belegt.

Russland warnt vor Einmischung von außen

"Wenn dem Projekt Hindernisse bereitet werden, um Russland zu zwingen, Gas durch die Ukraine zu ihren Bedingungen, zu ihren Tarifen und mit Ungewissheiten in juristischen Dingen zu pumpen, dann wird diese Nummer wahrscheinlich nicht klappen", sagte Vizeaußenminister Alexander Pankin am Samstag laut Nachrichtenagentur Ria Nowosti – ohne ein Land beim Namen zu nennen.

Mit Nord Stream 2 sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland – an Drittstaaten wie der Ukraine oder Polen vorbei – durch die Ostsee nach Deutschland transportiert werden können. Die Kritiker von Nord Stream 2 argumentieren, dass die Leitung die energiepolitische Abhängigkeit Europas von Russland verstärke.

Mit dpa

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen