Weltwirtschaftsforum in Davos : "Ein Desaster" – Grünen-Chef Robert Habeck schimpft über Trump-Rede

Für Grünen-Chef Robert Habeck (r.) ist die Rede von US-Präsident Donald beim Weltwirtschaftsforum in Davos 'ein Desaster'.
Für Grünen-Chef Robert Habeck (r.) ist die Rede von US-Präsident Donald beim Weltwirtschaftsforum in Davos "ein Desaster".

US-Präsident Donald Trump warnt beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor zu viel Pessimismus.

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21. Januar 2020, 14:28 Uhr

Grünen-Chef Robert Habeck hat die Rede von US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos scharf kritisiert. "Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz", sagte Habeck am Dienstag in Davos nach der Eröffnungsrede von Trump. Nach dem Auftritt des US-Präsidenten sei "noch klarer" zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse: "Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite."

Die Kritik von Robert Habeck an Donald Trump im Video


Der US-Präsident hatte in Davos vor Pessimismus gewarnt. Angst und Zweifel seien nicht gut, man sollte optimistischer nach vorne schauen. "Wir müssen den andauernden Prozess des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen", sagte Trump, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. Es gebe ja immer Schwarzseher, die sehen wollten, wie man scheitere. Es dürfe aber nicht zuviel Skepsis geben. Die USA hätten Wachstum, Kreativität und die Bereitschaft, jeder Herausforderung zu begegnen.

Die Rede des US-Präsidenten in Davos hat nach Ansicht von Habeck das Problem gezeigt: "Manche Politiker bewegen sich noch schneller in die Richtung, die unseren Planeten erst in die schwierige Situation gebracht haben, in der wir sind."

Greta Thunberg wirft Politik und Wirtschaft Versagen vor

Zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos hat die schwedische Aktivistin Greta Thunberg Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft Versagen im Kampf gegen den Klimawandel vorgeworfen. Bislang sei "nichts getan" worden, sagte Thunberg am Dienstag bei ihrem ersten Auftritt im schweizerischen Davos.

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AFP/Fabrice Coffrini


"Wir kämpfen alle für die Umwelt und das Klima", sagte die junge Schwedin. Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid sei aber noch nicht verringert worden. Es seien deshalb "viel mehr" Anstrengungen nötig. "Das ist erst der Anfang", mahnte die junge Klimaaktivistin.

Keine Fortschritte zu sehen

Der Klimaschutz sei durch die Proteste junger Menschen zu einem wichtigen Thema geworden, noch gebe es jedoch keinen Fortschritt. Sie persönlich könne sich nicht darüber beklagen, nicht gehört zu werden. Aber für die Wissenschaft und die "Stimme der jungen Menschen" sei dies nicht der Fall.

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) im Skiort Davos geht es in diesem Jahr auch um den Klimawandel und einen nachhaltigen Kapitalismus. Zu dem Treffen werden bis Freitag rund 2800 Teilnehmer und 53 Staats- und Regierungschefs erwartet.

Mehr Veggie-Auswahl am Buffet

Nachdem im vergangenen Jahr die vielen mit Privatjets anreisenden Teilnehmer für Kritik gesorgt hatten, wollen die Organisatoren in diesem Jahr den Umweltaspekt höher hängen. Wegwerfprodukte wurden aus dem Kongresszentrum verbannt, an den Buffets sind zudem mehr fleischlose Nahrungsmittel zu finden.

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Erstmals sollen darüber hinaus für das Kongresszentrum Solarenergie und Geothermie zum Einsatz kommen. Außerdem baute die Gemeinde Davos einen neuen Bahnhof, damit die WEF-Gäste per Shuttlezug zum Kongresszentrum gelangen können.

Welche Wirkung hat das WEF?

Kritiker bemängeln, dass hehren Worten in Davos oft keine Taten folgen würden. Der Chef der US-Großbank JPMorgan spottete einst, das Forum sei ein Ort, "wo Milliardäre Millionären erzählen, was die Mittelklasse fühlt." Doch das WEF betont, dass bereits zahlreiche Initiativen angestoßen worden seien, etwa zur Armutsbekämpfung sowie für die Rechte von Frauen oder Homosexuellen. Für 2020 sind zwei konkrete Projekte geplant: Bis 2030 sollen eine Milliarde Menschen fit für neue Jobs gemacht werden, die mit der Digitalisierung entstehen.

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