Bald Online-Erstattung möglich : Mehr Bahn-Komfort: Neue ICE-Sitze und Abschied vom Papierformular

Die Deutsche Bahn gestaltet ihre Sitze um. Ab März 2020 werden sie in den ICE 4 Zügen verbaut.
Die Deutsche Bahn gestaltet ihre Sitze um. Ab März 2020 werden sie in den ICE 4 Zügen verbaut.

Die Deutsche Bahn will ihre digitalen Dienste ausbauen, um Reisenden die Bahnnutzung komfortabler zu machen.

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23. Oktober 2019, 16:00 Uhr

Berlin | Auf den ersten Blick sehen die neuen Sitze für den ICE nicht viel anders aus als die alten. Wer sich fragt, warum auch, unterschätzt, wie wichtig Bahnfahrern bequemes Sitzen gerade auf langen Strecken ist. Das Unternehmen hat einiges an Zeit, Geld und Ideen investiert, um der Frage nachzugehen, was so ein ICE-Sitz braucht, damit die Kunden möglichst wenig zu meckern haben. Am Mittwoch hat die Bahn die neuen Sitze im Rahmen ihrer Veranstaltung "Mobilität erleben 2019" vorgestellt.

Die Rückenpolster und Armlehnen seien nun weicher und letztere in der ersten und zweiten Klasse aus echtem Leder. Zudem messe die Sitzfläche in der ersten Klasse drei Zentimeter mehr Länge als in der zweiten. "Dafür lässt sich die Sitzfläche dort nun um zusätzliche drei Zentimeter nach vorne ziehen", sagt Oliver Wolf, Leiter Produktmanagement ICE bei der Bahn.

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Die Umrüstung ist ab März 2020 geplant. "Ende 2021 sollen alle ICE3 und ICE4-Züge die bequemeren Sitze haben", sagte Wolf. "Die Gesamtinvestition für die neuen Ausstattungen liegt bei 40 Millionen Euro." Vorstandschef Richard Lutz versicherte, die Bahn wolle insgesamt innovativer, moderner und attraktiver werden. Das Unternehmen hat sich aber auch in anderer Hinsicht einiges vorgenommen, auch neben den großen Zielen von der Verdoppelung der Fahrgäste im Fernverkehr und dem kompletten Umstieg auf Ökostrom bis 2028.

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Per App Verpflegung im Zug ordern

"Wir werden die digitalen Dienste weiter ausbauen", kündigte Michael Peterson, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr, an. Dazu gehört beispielsweise eine App, mit der Fahrgäste künftig am Sitzplatz Essen und Getränke bestellen können oder eine, die ihnen bei der Orientierung in den wichtigsten deutschen Umsteigebahnhöfen hilft. Bisher sind 72 Bahnhöfe erfasst, 200 sollen es werden.

Neue Störfallkarte soll schnelle Infos liefern

Ebenfalls ein neues digitales Hilfsangebot ist die Störfallkarte, die schnelle Infos zu Betriebsstörungen während der Fahrt bieten soll. Neu, aber seit acht Wochen schon im Testbetrieb, ist außerdem ein Chatbot, der Fragen etwa zu Stornierungsmöglichkeiten beantwortet und derzeit bereits für 1400 Chats pro Tag genutzt wird.

Online Geld für Verspätungen beantragen

Bei Verspätungen und Zugausfällen sollen Fahrgäste der Deutschen Bahn sich spätestens in zwei Jahren auch online Geld zurück holen können. Bislang benötigen sie ein Papierformular. "Spätestens 2021 wird es möglich sein, Fahrgastrechte auch online bei uns geltend zu machen. Wir bereiten unser IT-System darauf vor", sagte Konzernchef Richard Lutz der Wochenzeitung "Die Zeit". Nach seinen Angaben steigen die Fahrgastzahlen im Fernverkehr weiter. "Dieses Jahr peilen wir über 150 Millionen Fahrgäste an." 2018 waren es knapp 148 Millionen gewesen.

Im vergangenen Jahr hatten 2,7 Millionen Fahrgäste Entschädigungen beantragt. Bei mindestens einer Stunde Verspätung gibt es ein Viertel des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden die Hälfte.

Neue Stimme im Bahnhofbetrieb

Und neu ist auch die Stimme, die Bahnreisende bald öfter hören werden. Sie gehört Profisprecher Heiko Grauel, der 14.000 Sätze für die Bahn eingesprochen hat. Ein Text-to-Speech-System generiert daraus die Texte, die die Bahn für ihre Ansagen an Bahnhöfen benötigt. Ende des Jahres soll seine Stimme dort zum ersten Mal zu hören sein – flächendeckend erst in zwei bis drei Jahren.

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