18.000 Jobs betroffen : Massiver Stellenabbau bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank plant einen umfassenden Konzernumbau.
Die Deutsche Bank plant einen umfassenden Konzernumbau.

Die Deutsche Bank streicht im Zuge ihres umfassenden Konzernumbaus rund 18.000 Stellen.

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07. Juli 2019, 17:31 Uhr

Frankfurt/Main | Die Deutsche Bank streicht Tausende Stellen, baut radikal um und nimmt dafür einen Milliardenverlust im zweiten Quartal in Kauf. Bis 2022 will der Dax-Konzern rund 18.000 Stellen streichen und die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74.000 senken, wie die Deutsche Bank nach einer Aufsichtsratssitzung am Sonntag in Frankfurt ankündigte. Insgesamt werde der Konzernumbau bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten.

Der Konzernumbau reißt Deutschlands größtes Geldhaus bereits im zweiten Quartal des laufenden Jahres tief in die roten Zahlen. Einschließlich der Belastungen für die Restrukturierung rechnet die Bank nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust von etwa 500 Millionen Euro vor Steuern und 2,8 Milliarden Euro nach Steuern im Zeitraum April bis Ende Juni.

Konsequenzen für den Bank-Vorstand

Bereinigt um diese Belastungen erwarte die Bank für das zweite Quartal einen Gewinn vor Steuern in Höhe von rund 400 Millionen Euro und nach Steuern von 120 Millionen Euro. Die Zwischenbilanz für das zweite Quartal 2019 will der Konzern wie geplant am 24. Juli veröffentlichen. Unter anderem der massive Stellenabbau soll die bereinigten Kosten bis ins Jahr 2022 auf 17 Milliarden Euro drücken. Ende März 2019 hatte die Deutsche Bank auf Vollzeitkräfte umgerechnet weltweit knapp 91.500 Mitarbeiter, davon gut 41.500 in Deutschland.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing.
dpa/Boris Roessler
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing.

Konzernchef Christian Sewing hatte bei der Hauptversammlung im Mai "harte Einschnitte" angekündigt. Schon damals war klar, dass das seit zwei Quartalen verlustreiche Kapitalmarktgeschäft dabei im Fokus stehen würde. Das hat auch im Vorstand Konsequenzen: Bereits am Freitag hatte die Bank bekanntgegeben, dass Investmentbankchef und Konzernvize Garth Ritchie das Institut zum 31. Juli verlassen wird. Zu diesem Zeitpunkt werden auch Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierungsthemen zuständige ehemalige Bankenaufseherin Sylvie Matherat die Bank verlassen.

Gründung einer internen "Bad Bank"

Die Unternehmens- und Investmentbank wird umgekrempelt. Am Sonntag teilte die Bank mit, dass sie sich aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen wird. Darüber hinaus soll das Handelsgeschäft, insbesondere der Handel mit Zinsprodukten, angepasst werden. Um Bilanzpositionen in Höhe von 74 Milliarden Euro aus diesen Geschäftsfeldern abzuwickeln, gründet die Bank eine interne "Bad Bank". Sewing hatte im Mai gesagt, die Bank werde "konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche" ausgerichtet, die für die Kunden besonders wichtig seien. "Wir haben immer noch zu hohe Kosten, die wir nicht direkt einer Leistung für unsere Kunden zuordnen können."

Zum Investmentbanking gehört beispielsweise die Beratung von Firmen bei Börsengängen oder Übernahmen sowie der Handel mit Wertpapieren und Devisen. Im sogenannten Transaction Banking, das Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierung und Wertpapierdienstleistungen umfasst, zählt die Deutsche Bank zur Weltspitze. Potenzial sieht das Geldhaus auch in der Vermögensverwaltung. Dagegen galt schon länger als ausgemacht, dass das US-Handelsgeschäft mit Anleihen und Aktien gestutzt wird.

"Schneller und radikaler umbauen"

Bei der Hauptversammlung hatte auch der Aufsichtsrat klargemacht, dass es nicht weitergehen kann wie bisher - erst recht nicht nach der Absage einer Fusion mit der Commerzbank. "Wir müssen noch schneller und radikaler umbauen", forderte Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Deutsche Bank ihren ersten Jahresgewinn seit 2014. Doch das erste Quartal des laufenden Jahres zeigte, wie angespannt die Lage nach wie vor ist: Die Deutsche Bank verdiente in den drei Monaten gerade einmal 201 Millionen Euro, während die US-Konkurrenz Milliardengewinne einfuhr.

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