Tabakriesen Philip Morris und Altria : Konzerne hinter E-Zigaretten IQOS und Juul verhandeln über Fusion

Zwei Tabakriesen loten einen Zusammenschluss aus.
Zwei Tabakriesen loten einen Zusammenschluss aus.

Die große Ära der Tabak-Industrie ist vorbei, die Branche leidet. Kommt es zur Wiedervereinigung der Marlboro-Macher?

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27. August 2019, 21:13 Uhr

New York/Richmond | In der Tabakindustrie bahnt sich ein Mega-Deal an: Die Branchengiganten Philip Morris International und Altria könnten die Kräfte bündeln. Die Unternehmen bestätigten am Dienstag Verhandlungen über eine Fusion per Aktientausch. Nach mehr als zehnjähriger Trennung würde es damit zur Wiedervereinigung der Konzerne hinter der weltberühmten Zigarettenmarke Marlboro kommen.

Noch ist ein Deal keine ausgemachte Sache. "Es gibt keine Gewissheit, dass die Gespräche zu einer Einigung oder einer Transaktion führen", betonten Philip Morris und Altria in ihren Mitteilungen. Einem möglichen Zusammenschluss müssten zudem noch die Verwaltungsräte sowie Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen. Gemeinsam brächten es die Konzerne auf einen Börsenwert von über 200 Milliarden Dollar.

Die Unternehmenszentrale der Altria Group in Richmond, USA, eines der größten Tabak-Unternehmen der Welt. Foto: dpa/AP/Steve Helber
Die Unternehmenszentrale der Altria Group in Richmond, USA, eines der größten Tabak-Unternehmen der Welt. Foto: dpa/AP/Steve Helber


Schon länger Spekulationen um Wiedervereinigung

Die vor allem für die weltweit meistverkaufte Zigarettenmarke Marlboro bekannten Unternehmen gehörten bereits bis 2008 zusammen. Dann wurde Philip Morris unter Aktionärsdruck abgespalten, um die wachstumsstärkeren internationalen Geschäfte zu führen. Altria konzentrierte sich fortan auf den US-Markt. Spekulationen über eine Wiedervereinigung gibt es unter Analysten aber schon lange.

Denn die Branche muss sich neu orientieren: Teuren Rechtskonflikten wegen angeblicher Verschleierung der Risiken des Rauchens folgten strengere staatliche Vorschriften und Werbeverbote in vielen Ländern. Obwohl die Anzahl der Raucher in weiten Teilen der Welt sinkt, laufen die Geschäfte dank Preiserhöhungen zwar weiter relativ rund. Doch fest steht: Als Wachstumsbringer haben klassische Glimmstängel ausgedient.

Dampfen statt Rauchen: Milliardeninvestitionen in E-Zigaretten

Die Branche steckt schon länger viel Geld in vermeintlich gesündere Alternativen wie Dampf- und E-Zigaretten. Philip Morris und Altria sind hier ganz vorne mit dabei, sie haben mit milliardenschweren Investitionen auf IQOS und Juul gesetzt – zwei der der derzeit beliebtesten Ausweichprodukte.

Viele Raucher konsumieren mittlerweile E-Zigaretten von IQOS und Juul. Fotos: dpa/Axel Heimken; imago images/Bill O'Leary/The Plain Deal; Collage: NOZ
dpa/Axel Heimken; imago images/Bill O'Leary/The Plain Deal; Collage: NOZ
Viele Raucher konsumieren mittlerweile E-Zigaretten von IQOS und Juul. Fotos: dpa/Axel Heimken; imago images/Bill O'Leary/The Plain Deal; Collage: NOZ


Philip Morris wirbt sogar mit dem Slogan "Unsmoke your world" – und ermuntert zum Umstieg auf E-Zigaretten.


Branchenexpertin Bonnie Herzog von der US-Bank Wells Fargo hatte die Unternehmen deshalb bereits in einer Studie vom Montag als ideale Partner beschrieben. Altria ist zudem in großem Stil am Cannabis-Riesen Chronos beteiligt.

Ein Zusammenschluss hätte gewaltige Dimensionen: Philip Morris hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 121 Milliarden Dollar, Altria brachte es auf gut 97 Milliarden. An der Börse sorgte die Nachricht für starke Kursbewegungen: Während die Aktien von Philip Morris mit Verlusten reagierten und zuletzt mit knapp fünf Prozent im Minus notierten, legten die Papiere von Altria zeitweise um mehr als zehn Prozent zu. Die Unternehmen wollten sich zunächst nicht dazu äußern, wer bei einer Fusion die Mehrheit übernehmen würde.

Weiterlesen: Erster Raucher in den USA stirbt durch E-Zigarette in den USA

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