Überraschende Fusion im Lebensmittelhandel : Snacks für unterwegs: Rewe will Lekkerland kaufen

Rewe-Chef Lionel Souque verspricht sich vom Lekkerland-Kauf ein 'Erfolgsrezept für die Zukunft in einem wichtigen Segment des Lebensmittelmarktes'.
Rewe-Chef Lionel Souque verspricht sich vom Lekkerland-Kauf ein "Erfolgsrezept für die Zukunft in einem wichtigen Segment des Lebensmittelmarktes".

Die Rewe-Group will laut eigener Mitteilung den Convenience-Großhändler Lekkerland komplett übernehmen.

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28. Mai 2019, 17:25 Uhr

Köln/Frechen | Der Handelsriese Rewe will noch stärker im Convenience-Geschäft Fuß fassen und dafür den Großhändler Lekkerland kaufen. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, soll es eine Komplett-Übernahme von Lekkerland geben. Dem Kauf müsse allerdings noch das Kartellamt zustimmen.

Rewe-Chef Lionel Souque sagte laut Pressemitteilung: "Die Unterwegsversorgung und der Außerhaus-Verzehr gehören zu den stärksten Trends unserer Branche und werden zukünftig eine noch wichtigere Rolle spielen." Nicht nur junge Menschen kauften und verzehrten Mahlzeiten und Snacks immer öfter unterwegs. Von einem Zusammenschluss mit Lekkerland als Experten für Unterwegssnacks verspreche man sich ein "Erfolgsrezept für die Zukunft in einem wichtigen Segment des Lebensmittelmarktes". Auch vom eng geknüpften Logistik-Netz Lekkerlands will Rewe profitieren.

Wachstumschancen im Convenience-Bereich

Während Rewes Wachstumsmöglichkeiten etwa durch die Übernahme anderer Supermarktketten begrenzt sind, bieten sich bei der Unterwegsversorgung noch Chancen. Zu den Kunden von Lekkerland gehören unter anderem Tankstellen, Kioske, Bäckereien, Schnellrestaurants und Einzelhändler. Das Unternehmen aus Frechen in Nordrhein-Westfalen ist in sieben europäischen Ländern aktiv und erzielte mit seinen rund 4900 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro. Die Rewe-Gruppe hat 2018 einen Gesamtumsatz von 61,2 Milliarden Euro erzielt.

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Der Außerhaus-Verzehr gewinnt nach Angaben des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zunehmend an Gewicht. "Das ist ein attraktiver, wachsender Markt", sagte Handelsexperte Michael Gerling. Rund ein Drittel des jährlichen Gesamtumsatzes von 240 Milliarden Euro entfielen auf Restaurants, die Systemgastronomie und andere Verkaufsstellen des Außerhaus-Verzehrs. "Davon möchte sich Rewe ein größeres Stück abschneiden."

„Die Aktivitäten und Kompetenzen von Rewe und Lekkerland sind im hohen Maße komplementär und eröffnen beiden Partnern neue Perspektiven", sagte der Vorstandschef von Lekkerland, Patrick Steppe. Über nähere Details des Zusammenschlusses vereinbarten beiden Unternehmen Stillschweigen.

Mit Material von dpa

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