Wirtschaft : Kleinere Flotte und modernere Technik - Hochseefischerei wandelt sich

Der Fischerei-Trawler ROS 777 «Mark» liegt im Hafen von Sassnitz vor Anker.

Der Fischerei-Trawler ROS 777 «Mark» liegt im Hafen von Sassnitz vor Anker.

Sieben Trawler zählen zur Flotte der deutschen Hochseefischerei. Damit ist sie in diesem Jahr zwar kleiner, aber auch leistungsfähiger geworden. Auch die Besatzung hat es an Bord besser.

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30. Dezember 2018, 08:28 Uhr

Die deutsche Hochseefischerei hat ihre Fangflotte verkleinert und modernisiert: In diesem Jahr sind zwei neue Trawler in Betrieb gegangen, wie der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter, berichtete. Sie ersetzen bei der Deutschen Fischfang Union Cuxhaven zwei Schiffe aus den 1970er- und 1980er-Jahren.

Die Investition hat schon im ersten Jahr gezeigt, dass sie sich lohnt. Uwe Richter, Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes
 

Produktion an Bord jetzt leistungsfähiger

Vor allem hätten sich die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Besatzungen verbessert, aber auch die Leistungsfähigkeit in der Produktion. „Wir können schneller und flexibler auf den Markt reagieren.“ So könnten mehr Produkte an Bord hergestellt werden, etwa Filets. Die Fischabfälle würden sofort zu Fischmehl und -öl verarbeitet. Doch trotz der modernen Technik, bleibt die Hochseefischerei ein Knochenjob.

Veraltete Schiffe verkauft

Ein weiteres in die Jahre gekommenes Schiff - es gehörte der Doggerbank Seefischerei GmbH - ist in diesem Jahr nach Russland verkauft worden. „Der Verkauf war unter anderem ein Vorgriff auf die Quoten für 2019“, sagte Richter. Die Höchstfangmengen für Schwarmfische werden 2019 drastisch gesenkt, das Schiff wäre nicht mehr ausgelastet gewesen.

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335 Seeleute arbeiten bei der Hochseeflotte

Personal sei nicht abgebaut worden. „Es gab keine betriebsbedingten Entlassungen“, versicherte Richter.

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Bei der deutschen Hochseeflotte seien 335 Seeleute beschäftigt - auf jetzt noch sieben Fang- und Verarbeitungsschiffen.

ROS 170 "Annie Hillina"
  • Reederei: Ostbank Hochseefischerei GmbH (Sassnitz)
  • Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 86,33 m / 13,25 m / 4,97 m
  • Leistung: 2.863 kW
  • Laderaumkapazität:1.300 Tonnen
  • Bruttoraumzahl: 2.417
  • Besatzung: 27 Mann
ROS 785 "Helen Mary"
  • Reederei: Ostbank Hochseefischerei GmbH (Sassnitz)
  • Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 109,41 m / 17,70 m / 5,68 m
  • Leistung: 5.299 kW
  • Laderaumkapazität: 4.000 Tonnen
  • Bruttoraumzahl: 7.278
  • Besatzung: 46 Mann
ROS 171 "Maartje Theadora"
  • Reederei: Westbank Hochseefischerei GmbH (Sassnitz)
  • Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 133,34 m / 18,68 m / 8,00 m
  • Leistung: 8.640 kW
  • Laderaumkapazität: 6.000 Tonnen
  • Bruttoraumzahl:9.082
  • Besatzung: 50 Mann
ROS 786 "Gerda Maria"
  • Reederei: Nordbank Hochseefischerei GmbH (Sassnitz)
  • Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 81,32 m / 12,60 m / 4,70 m
  • Leistung: 3.000 kW
  • Laderaumkapazität: 650 Tonnen
  • Bruttoraumzahl: 1.825
  • Besatzung: 26 Mann
ROS 777 "Mark"
  • Reederei: Mecklenburger Hochseefischerei GmbH (Rostock)
  • Maße (Länge / Breite): 90,66 m / 16,30 m
  • Leistung: 4.000 kW
  • Laderaumkapazität: 1.200 Tonnen
  • Bruttoraumzahl: 4.248
  • Besatzung: 34 Mann
  • Einsatz: Pelagische- und Grundschleppnetzfischerei
NC 100 "Cuxhaven"
  • Reederei: Deutsche Fischfang Union GmbH & Co. KG (Cuxhaven)
  • Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 81,22 m / 16,31 m / 7,20 m
  • Leistung: 3.600 kW
  • Laderaumkapazität: 1.100 Tonnen
  • Bruttoraumzahl: 3.969
  • Besatzung: bis zu 35 Mann
NC 105 "Berlin"
  • Reederei: Deutsche Fischfang Union GmbH & Co. KG (Cuxhaven)
  • Maße (Länge / Breite / Tiefgang): 81,22 m / 16,31 m / 7,20 m
  • Leistung: 3.600 kW
  • Laderaumkapazität: 1.100 Tonnen
  • Bruttoraumzahl: 3.969
  • Besatzung: bis zu 35 Mann
 

Fünf davon seien sehr modern, zwei weitere Fahrzeuge aus den 1980er- und 1990er-Jahren müssen noch ersetzt werden. Alle Investitionen seien zu 100 Prozent eigenfinanziert. Die Höhe der Investitionen wollte Richter nicht nennen.

Die Fangplätze der deutschen Flotte befinden sich vor Norwegen, Spitzbergen, Grönland, Island, in der Nordsee, im Nordostatlantik sowie vor Westafrika und im Südpazifik.

Stärkung der Fernfischerei

Mitte Dezember beschloss die EU Quotenkürzungen für die Nordsee und den Nordost-Atlantik, darunter von Brotfischen wie Hering, Makrele und dem Blauen Wittling. „Im nächsten Jahr wird die Heringsquote in der Nordsee für Deutschland um 40 Prozent, die Makrelenquote um 20 und die Quote für Blauen Wittling um 17,6 Prozent gekürzt“, sagte Richter. Als Reaktion darauf soll die Fernfischerei verstärkt werden, unter anderem im Nord- und Südpazifik. Ein Schiff fange vor der afrikanischen Küste Sardinen.

 

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Nachhaltiger Fischfang immer wichtiger

Richter zufolge sind die Aktivitäten für einen nachhaltigen Fischfang verstärkt worden. Den Bestandsschutz gewährleisteten die Fischer entsprechend der Vorgaben - durch die Einhaltung der Fangquoten und durch schonende Fangsysteme. Größere Maschenweiten führten dazu, dass nur sehr wenige zu kleine Fische als Beifang in die Netze gehen. Beifänge müssen an Land gebracht werden, sie dürfen nicht zurückgeworfen werden.

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Die Fischerei ist ein wchtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Denn Fisch ist bei den Verbauchern beliebt. 2017 wurden in Deutschland 2,16 Millionen Tonen Fisch verzehrt. Lachs ist dabei besonders nachgefragt.

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