Kinderarbeit in Kobalt-Minen : Für deutsche E-Autos müssen Kinder im Kongo schuften

Kinderarbeit in einer Kobalt-Mine im Kongo.
Kinderarbeit in einer Kobalt-Mine im Kongo.

Im Kongo werden Kinder eingesetzt, um in den dortigen Minen Kobalt zu fördern. VW und BMW räumen Misstände ein.

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30. Oktober 2019, 11:14 Uhr

Berlin | Kinder in der Demokratischen Republik Kongo im Alter ab vier Jahren werden angeblich ausgebeutet, um Kobalt für E-Autos, Akkus und Handys zu fördern. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Gleichzeitig hätten mehrere europäische Unternehmen bestätigt, sie könnten nicht ausschließen, dass in ihren Produkten weiterhin Kobalt aus dem Kongo genutzt werde, das durch Kinder abgebaut werde.

Die Zeitung zitiert einen VW-Sprecher mit den Worten: "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass noch Kobaltmaterial aus artisanalem Abbau aus der DR Kongo in unseren Produkten enthalten ist." Auch BMW habe auf Anfrage mitgeteilt, dass Menschenrechtsverletzungen nicht auszuschließen seien.

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Stopp der Kinderarbeit gefordert

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) forderte in der Zeitung, dass die Kinderarbeit gestoppt werden müsse: "Unsere Handys und Computer funktionieren nur mit Kobalt aus Afrika. Es ist ein Skandal, dass allein im Süd-Kongo 40.000 in einbruchgefährdeten Minen ihre Gesundheit und Leben aufs Spiel setzen, nur damit die Rohstoffe am Anfang der Lieferketten möglichst günstig abgebaut werden können."

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU).
dpa/Britta Pedersen
Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU).


Auch in Deutschland müsse allen bewusst sein, so Müller weiter: "Jedes Jahr ein neues Handy, immer schneller, immer billiger bedeutet Ausbeutung von Mensch und Natur in anderen Teilen der Welt. Unser Wohlstand darf nicht zu Lasten der Entwicklungsländer gehen." Als erstes müsse ausbeuterische Kinderarbeit gestoppt werden: "Es ist doch unglaublich, dass im Jahr 2019 immer noch 150 Millionen Kinder arbeiten müssen – das ist fast jedes zehnte Kind. Als deutscher Entwicklungsminister kämpfe ich gegen diese Ungerechtigkeit."

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