Nach Insolvenz-Antrag : Gerry Weber schließt 120 Läden in Deutschland

Gerry Weber schließt 120 Läden in Deutschland.
Gerry Weber schließt 120 Läden in Deutschland.

Das Modeunternehmen Gerry Weber kündigt einem massiven Stellenabbau an und will 120 Läden in Deutschland schließen.

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05. April 2019, 17:30 Uhr

Halle | Das bestätigte das Unternehmen am Freitag in einer Mitteilung. Eine entsprechende Einigung mit den Arbeitnehmervertretern sei unterzeichnet worden. Insgesamt 454 Arbeitsplätze sind von dem Stellenabbau betroffen – davon gut 300 in den Filialen und der Rest in der Verwaltung.

Vorstandsmitglied Florian Frank sagte laut Mitteilung: "Nach harten, aber jederzeit fairen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sind wir zügig zu Einigungen über den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung und den Interessenausgleich gekommen." Die Maßnahmen würden "umgehend umgesetzt", hieß es. Die Neupositionierung werde Ende 2021 abgeschlossen sein.

Die von den Einsparmaßnahmen betroffenen Beschäftigten sollten geeignete Regelungen nach Sozialplänen erhalten, diese sehen etwa Abfindungen und auch Transfermaßnahmen vor. Im laufenden Geschäftsjahr entfallen für alle Beschäftigten Jahressonderzahlungen und Urlaubsgeld. Die Finanzierung des Geschäftsbetriebs sei bis in das Jahr 2020 hinein gesichert, betonte das Unternehmen.

Investor für Hallhuber

Das Modeunternehmen hatte bereits angekündigt europaweit rund 180 Verkaufsflächen zu schließen und dementsprechend Arbeitsplätze abzubauen. Für die Tochter Hallhuber wurde ein Investor gefunden. Dieser hatte laut den Angaben eine Brückenfinanzierung in Höhe von zehn Millionen Euro zugesagt. Sie sichere "bis auf Weiteres" den Geschäftsbetrieb von Hallhuber, betonte Gerry Weber. Die Kaufoption kann allerdings erst nach Erfüllung verschiedener Bedingungen gezogen werden, die voraussichtlich in diesem Mai vorliegen sollen.

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Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern hatte im Januar beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt - mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren. Betroffen von dem Insolvenzantrag war zunächst nur die Muttergesellschaft mit den Marken Taifun und Samoon. Etwas später folgte auch für die Tochter Gerry Weber Retail GmbH ein entsprechender Antrag.

Mit dpa

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