Nach Bilanzskandal : Insolventer Zahlungsdienstleister Wirecard: 730 Mitarbeiter vor Kündigung

Den verbliebenen Mitarbeitern soll nun gekündigt werden.
Den verbliebenen Mitarbeitern soll nun gekündigt werden.

Die Wirecard-Insolvenz hat nun auch Konsequenzen für die verbliebenen Mitarbeiter. Ihnen wird gekündigt.

von
25. August 2020, 15:42 Uhr

München | Zwei Monate nach dem Insolvenzantrag von Wirecard hat das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über den Zahlungsabwickler eröffnet. Das teilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé am Mittwoch in München mit. Jetzt werde 730 Mitarbeitern sowie dem Vorstand gekündigt.

Die Verfügungsgewalt über das Vermögen der Wirecard AG und sechs deutscher Wirecard-Gesellschaften gingen auf den Insolvenzverwalter über, und sie müssten Löhne und Gehälter nun wieder selbst erwirtschaften und bezahlen, erklärte Jaffé. Unter der vorläufigen Insolvenzverwaltung sei es gelungen, "das laufende Geschäft zu stabilisieren und die Basis für eine weitere Fortführung zu schaffen". Aber um eine Fortführung zu ermöglichen und die Option für eine Verwertung des Kerngeschäfts zu erhalten, seien tiefgreifende Einschnitte dringend erforderlich. Auch Miet- und Leasingverträge würden gekündigt.

Weiterlesen: Rechnungshof ermittelt zu Wirecard-Skandal: Wieso griff die Finanzaufsicht nicht ein?

Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro

Der Zahlungsdienstleister hatte im Juni Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und Insolvenz angemeldet. Ex-Vorstandschef Markus Braun sitzt in Untersuchungshaft. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren.


Im Verkaufsprozess für das Kerngeschäft und die nicht insolvente Wirecard Bank AG "stehen wir aktuell mit mehreren namhaften Interessenten in Verhandlungen über einen Erwerb. Die Erlöse aus der Verwertung werden dabei den Gläubigern zugutekommen", sagte Jaffé. Die Verwertung weiterer Wirecard-Beteiligungen weltweit mache Fortschritte. Am 18. November finde die erste Gläubigerversammlung statt, voraussichtlich im Löwenbräukeller in München.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen