Verbraucherpreise in Deutschland : Inflation in Corona-Krise: Obst und Gemüse kosten deutlich mehr

Obst und Gemüse werden in der Corona-Krise deutlich teurer.
Obst und Gemüse werden in der Corona-Krise deutlich teurer.

Aber es gibt auch positive Meldungen für den Geldbeutel.

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14. Mai 2020, 14:09 Uhr

Wiesbaden | Der massive Rückgang der Energiepreise in der Corona-Krise hat die Inflation in Deutschland gedämpft. Die Verbraucherpreise stiegen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete. Die Wiesbadener Behörde korrigierte damit vorläufigen Angaben leicht um 0,1 Punkte nach oben. Es war dennoch der niedrigste Stand seit November 2016 mit damals 0,8 Prozent. Im März 2020 hatte die Rate noch bei 1,4 Prozent gelegen und im Februar bei 1,7 Prozent.

Rohstoffe günstig

Vor allem für Heizöl und Sprit mussten Verbraucher deutlich weniger zahlen als im April 2019. Heizöl wurde um satte 23,7 Prozent billiger, Sprit kostete 15,4 Prozent weniger. Strom verteuerte sich hingegen binnen Jahresfrist um 4,4 Prozent. Mit dem weitgehenden Stillstand der Wirtschaft in vielen Ländern in der Pandemie sank auch die Nachfrage nach Rohöl, die Preise fielen. Ohne Berücksichtigung der Preise für Heizöl und Kraftstoffe hätte die Inflationsrate den Angaben zufolge im April deutlich höher bei 1,6 Prozent gelegen.

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Obst und Gemüse teurer

Für Nahrungsmittel mussten die Menschen hingegen tiefer in die Tasche greifen (plus 4,8 Prozent). Die Auswirkungen der Corona-Krise wurden den Angaben zufolge insbesondere durch Preisanstiege bei Obst (plus 11,0 Prozent) und Gemüse (plus 6,5 Prozent) deutlich. In der Krise wurde es mit Transporten und Erntehelfern schwieriger. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im April um 0,4 Prozent.

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Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an – weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen.

Hören Sie zum Thema auch unseren Podcast "Coronaland" mit der Folge: "Corona-Krise: Wie Sie Ihr Geld derzeit am besten anlegen"


Viele Geschäfte geschlossen

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI für Deutschland, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, lag nach Berechnung der Wiesbadener Statistiker im April um 0,8 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Die Inflation in der Eurozone insgesamt ist im April weiter gefallen. Nach jüngsten Daten des Statistikamtes Eurostat lagen die Verbraucherpreise 0,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im März hatte die Inflationsrate 0,7 Prozent betragen.

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Wegen der Beschränkungen in der Corona-Pandemie konnten die Wiesbadener Statistiker allerdings bei manchen Waren und Dienstleistungen die Preise nicht erheben. Viele Geschäfte waren geschlossen, Pauschalreisen konnten nicht stattfinden. Die Behörde sieht die Qualität der Gesamtergebnisse aber weiterhin gewährleistet.

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