TV-Show auf Vox : Verbraucherzentrale warnt vor Produkten aus "Höhle der Löwen"

Die Investoren Carsten Maschmeyer (von links), Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel schlossen in der vierten Staffel mehrere Deals ab. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd
Die Investoren Carsten Maschmeyer (von links), Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel schlossen in der vierten Staffel mehrere Deals ab. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Die Verkaufsstrategie sei mies und viele Erfindungen aus der Unterhaltungsshow taugten nichts, meint die Organisation.

svz.de von
12. Oktober 2018, 11:34 Uhr

Düsseldorf | Sie machen neugierig, die Erfindungen, die Entwickler in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" (DHDL) vorstellen. Finden sie einen Investor in der Jury, schaffen es ihre Produkte in den breiteren Handel. Doch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt Kunden vor zu hohen Erwartungen an die Erfindungen.

Der Verband habe auf Anhieb zehn Löwen-Produkte auf Amazon gefunden, die bei Verbrauchern fast durchweg schlecht ankommen: Insgesamt Hunderte böse Kommentare gibt es für den Reparaturstift "Blufixx"("Müll") oder die "Abflussfee", ein Verschlusstopfen mit Duftstein ("Reinfall").

Produkt hält Werbeversprechen nicht

Auch "Protect Pax", ein flüssiger Displayschutz für Smartphones, fiel bei den Käufern durch: Geworben werde "vollmundig mit 100 Prozent Bruch-und Kratzsicherheit selbst bei Hammerschlägen", schreibt die Verbraucherzentrale. Dieses Versprechen halte das Produkt aber nicht. Weil es eine Menge Verrisse hagelte, musste der Hersteller die Werbung ändern und Discounter Aldi und andere Händler verbannten die Packungen aus den Regalen.

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Als "befremdlich" bezeichnen es die Verbraucherschützer, dass auch Produkte, für die kein Deal zustande kam, mit dem Emblem "Bekannt aus Die Höhle der Löwen" vermarktet werden. Ein Beispiel dafür ist "DasKaugummi", ein zuckerfreies Produkt, das auf ungewöhnliche Geschmacksrichtungen wie Orange und Ingwer setzt, das vielen Kunden aber nicht schmeckt oder zu teuer ist.

Stark reduziert auf Amazon und Ebay

Für Unmut sorge auch die Verkaufsstrategie, Produkte in Supermärkten teuer zu verkaufen und auf Verkaufsportalen im Internet für einen stark reduzierten Preis zu verscherbeln. Als Beispiel führt der Verband den "Fensterschnapper" an, ein Dreier-Set der Einbruchsicherung, das in einem Ebay-Shop für nur 19,99 Euro gegenüber der UVP von 119,99 Euro angeboten wird. Obwohl die Shop-Betreiberin laut eigener Website offizieller Vermarktungspartner für die DHDL-Produkte ist, bietet sie sämtliche Produkte zu deutlich niedrigeren Preisen an.

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"Bei all dem wundert es nicht, dass so manche Höhle-der-Löwen-Fabel als Horrorstory für nachhaltige Gründer endet", folgern die Verbraucherschützer. "Artikel landen auf Wühltischen und in Grabbelecken." Etwa der rutschfeste Hundenapf "Yumminator M" (UVP 27,99 Euro), den Aldi-Süd kürzlich für 5,29 Euro verschleuderte.

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