NGG fordert mindestens 12 Euro : Gewerkschaft: Arbeit bei McDonald's und Co führt in die Altersarmut

Rund 120.000 Angestellte sorgen dafür, dass die Kunden in der Systemgastronomie satt werden. Foto: dpa/Peter Kneffel
Rund 120.000 Angestellte sorgen dafür, dass die Kunden in der Systemgastronomie satt werden. Foto: dpa/Peter Kneffel

Sie braten Burger, machen Pizza oder schenken Kaffee aus: 120.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Systemgastronomie. Hinter dem Begriff stecken Ketten wie McDonald’s, Burger King, Pizza Hut oder Starbucks. Die Gewerkschaft NGG sagt: Wer hier arbeitet, endet in der Altersarmut.

von
23. Dezember 2019, 02:11 Uhr

Osnabrück | Im Interview mit unserer Redaktion forderte NGG-Chef Guido Zeitler die Restaurantketten auf, den Mindeststundenlohn auf 12 Euro zu erhöhen und tariflich festzuschreiben. 80 Prozent der Beschäftigten verdienten in der Branche derzeit weniger, so Zeitler.

Laut Tarifvertrag erhalten Angestellte für sogenannte Hilfsarbeiten wie Geschirrspülen oder Tische abräumen 9,25 Euro die Stunde.

Zeitler sagte: „Wer bei McDonald’s und Co arbeitet, soll sich von dem, was er dort verdient, auch eine Existenz aufbauen können und später eine ordentliche Rente beziehen. Derzeit bedeutet eine Beschäftigung in der Systemgastronomie den direkten Weg in die Altersarmut.“ Selbst Schichtleiter bekämen bei Restaurantketten nur wenig mehr als die von der Gewerkschaft geforderten 12 Euro in der Stunde, so Zeitler.

Foto: Peter Bisping/NGG/dpa
Peter Bisping
Foto: Peter Bisping/NGG/dpa


NGG und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) hatten sich kürzlich zu einem ersten Tarifgespräch getroffen. Die Verhandlungen sollen im Januar fortgesetzt werden. Auf Anfrage teilte BdS-Geschäftsführerin Andrea Belegante mit, Lohnvorstellungen der Gewerkschaft lägen „deutlich über dem aus unserer Sicht wirtschaftlich Vertretbaren“. Beide Seiten müssten sich bewegen, so Belegante.

Die unter dem Dach des BdS zusammengeschlossenen Unternehmen wie McDonalds, Burger King, Pizza Hut, Starbucks, Nordsee oder diverse regionale Anbieter böten Menschen Chancen und stünden mit ihrer Tarifbindung zu gesellschaftlicher Verantwortung. Belegante: „Daher kann es im Angesicht einer wirtschaftlichen Eintrübung nicht im Interesse der Gewerkschaften sein, die wirtschaftliche Stabilität der Branche zu gefährden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen