Textilien nicht verwertbar : Experte: Gratissystem des Altkleider-Recyclings steht vor dem Kollaps

Angebote verlocken zum häufigen Kleiderkauf. Ausrangierte Kleidung ist jedoch zunehmend unverwertbar. (Symbolbild)
Angebote verlocken zum häufigen Kleiderkauf. Ausrangierte Kleidung ist jedoch zunehmend unverwertbar. (Symbolbild)

Ein Entsorgungsverband warnt, die Textilindustrie müsse Verantwortung übernehmen, denn oft sei Kleidung unbrauchbar.

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25. Juni 2020, 06:48 Uhr

Bonn | Vertreter der Recyclingbranche fordern angesichts einer zunehmenden Wegwerfmentalität die Textilbranche dazu auf, mehr Verantwortung für ihre Produkte zu übernehmen. "Das bisher kostenfreie hochwertige System des Alttextilrecyclings steht vor dem Kollaps", warnte der Vizepräsident des Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse), Martin Wittmann. "Fast Fashion", also kurzlebige Billigmode, und die Belastungen der Corona-Krise machten eine wirtschaftliche Sammlung und Verwertung unmöglich.

Mehr Kleidung beim Recycler – Stoffe jedoch unbrauchbar

Zwar habe sich die Sammelmenge in den vergangenen Jahren erhöht – von 2013 bis 2018 etwa um 300.000 Tonnen –, allerdings könnten die Recycler davon nicht profitieren. Das liege daran, dass sich die Qualität deutlich vermindert habe: Vieles sei nicht verwertbar oder enthalte schädliche chemische Fasern. In der Branche geht man davon aus, dass dieser Trend weiter anhalten und sich durch Corona noch verstärken wird – und schlägt deshalb Alarm.

Die Textilbranche müsse bei ihren Produkten den späteren Warenkreislauf mitbedenken. "Kleidung aus billiger Chemiefaser oder gar Fasermixen eignen sich weder als Second-Hand-Ware noch für die Weiterverwendung", so Wittmann. Auch die Politik sei gefragt.

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