Ölkartell Opec+ und Partner : Einigung auf Drosselung der Ölförderung – Effekt auf Spritpreise?

Per virtuellen Gipfel hat sich die Gruppe der 20 Energieminister des Opec-Verbunds tagelang ausgetauscht.
Per virtuellen Gipfel hat sich die Gruppe der 20 Energieminister des Opec-Verbunds tagelang ausgetauscht.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder beschließt mit ihren Partnern wegen der Corona-Krise eine Öl-Förderkürzung.

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12. April 2020, 21:04 Uhr

Kuwait/Wien/Mexiko-Stadt | Der Weg für eine historisch einmalige Drosselung der Ölproduktion durch das Ölkartell Opec und seine Partner ist frei. Bei einer Sondersitzung per Video am Sonntagabend einigten sich die beteiligten Ölförderländer auf eine Kürzung um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag für die Monate Mai und Juni, wie die mexikanische Energieministerin Rocio Nahle auf Twitter schrieb.

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Mexiko stellte sich lange quer

Auch das kasachische Energieministerium bestätigte laut der kasachischen Agentur Tengrinews und russischer Agenturen die Einigung. Die Menge liegt um 300.000 Barrel am Tag unter dem ursprünglichen, am Freitag beschlossenen Ziel. Mexiko hatte sich bis zuletzt geweigert, die geforderten 400.000 Barrel beizusteuern und blieb bei seinem Angebot, 100.000 Barrel aus der Produktion zu nehmen. Die Produktionskürzung entspricht rund zehn Prozent der täglichen Ölförderung weltweit. Es wird erwartet, dass auch andere Staaten wie Kanada und die USA ihre Produktion kürzen.

Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierte dazu am Abend mit seinem US-Kollegen Donald Trump, wie der Kreml mitteilte. Russland, die USA und Saudi-Arabien unterstützen demnach die Einigung. Mit der Drosselung könnten "die globalen Märkte stabilisiert und die Nachhaltigkeit der Weltwirtschaft insgesamt gewährleistet" werden. Die Gespräche darüber sollten fortgesetzt werden, hieß es. Putin sprach auch mit Saudi-Arabiens König Salman.

Trump: "Großartiger Deal für alle"

Trump schrieb auf Twitter ebenfalls, er habe sowohl mit Putin als auch mit König Salman telefoniert. Er danke und gratuliere den beiden. Es handele sich um einen "großartigen Deal für alle". Die Einigung werde auch Hunderttausende Jobs in der Energiebranche der USA sichern.

Ob die Runde auch die Ziele für den Zeitraum bis April 2022 bestätigt hat, blieb zunächst unklar. Die Opec+ genannte Runde mit den Schwergewichten Saudi-Arabien hatte sich am Freitag darauf geeinigt, die Produktion von Juli bis Dezember um täglich acht Millionen Barrel Öl senken. Zwischen Januar 2021 und April 2022 sollte die tägliche Produktionskürzung dann noch sechs Millionen Barrel umfassen. Als Ausgangsniveau wurde jeweils die Produktionsmenge im Oktober 2018 festgelegt, für Saudi-Arabien und Russland gilt ein eigenes Ausgangsniveau von 11 Millionen Barrel pro Tag.

Mit der Kürzung will die Opec+ den seit Januar und zusätzlich durch die Corona-Krise rasant gefallenen Ölpreis wieder stabilisieren.

Effekt auf Spritpreise?

Ob die Entscheidung den Benzinpreis an den Tankstellen wieder steigen lässt, ist noch nicht klar. Steffen Bock, Geschäftsführer von Clever Tanken, hatte Anfang April gesagt, er erwarte, dass die Benzinpreise im April auf niedrigem Niveau bleiben. Selbst wenn die wichtigen Förderländer ihre Auseinandersetzungen beilegen, werde das den Ölpreis kaum nennenswert stützen, so der Experte. Denn dafür sei die Nachfrage weltweit momentan zu gering. Grund dafür ist die weitgehend lahmgelegte globale Wirtschaft. Sie schürt die Angst an den internationalen Börsen vor einer weiter abfallenden Erdöl-Nachfrage und drückt die Preise.

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