Nach vierwöchigen Schließungen : Deutscher Einzelhandel erwartet bis zu 50.000 Insolvenzen

'Alles muss raus, wir schließen': In der Corona-Krise werden Zehntausende Insolvenzen befürchtet.
"Alles muss raus, wir schließen": In der Corona-Krise werden Zehntausende Insolvenzen befürchtet.

Einen Monat lang mussten viele Geschäfte in der Corona-Krise schließen. Der Einzelhandel rechnet mit 50.000 Insolvenzen.

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28. April 2020, 07:23 Uhr

Berlin | Der deutsche Einzelhandel erwartet wegen der Corona-Krise bis zu 50.000 Insolvenzen in der Branche. Während der vierwöchigen Schließungen von Geschäften aus dem Nicht-Lebensmittel-Bereich habe die Branche bereits rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren, der auch nicht wiederzubekommen sei, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Dies seien rund eine Milliarde Euro täglich gewesen.

Eigenkapital reicht nicht

Zudem sei seit der Wiedereröffnung vieler Geschäfte am Montag vergangener Woche der Kundenverkehr verhalten. Aktuell verliere der Handel täglich weiterhin "einen hohen dreistelligen Millionenbetrag", konstatierte Genth. Die Zahl von 50.000 Insolvenzen erwartet der HDE deshalb, weil das Eigenkapital vieler Unternehmen vor allem angesichts hoher Mietforderungen nicht ausreiche.

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Besonders institutionelle Vermieter seien oft nicht zu Stundungen der Miete bereit oder verlangten Stundungszinsen von fünf bis neun Prozent, kritisierte Genth: "Hier fordern wir eine Risikoteilung." Betroffen seien sowohl große Filialunternehmer als auch kleine Geschäfte. "Wir fürchten sehr, dass die Innenstädte nach der Krise nicht mehr so aussehen werden wie vor der Krise – und viele Läden fehlen", sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer.

Genth forderte deshalb einen weiteren branchenunabhängigen Rettungsfonds für angeschlagene Unternehmen, die durch die Schließung keine Umsätze erzielen konnten. "Denn bei vielen Unternehmen läuft eben der Hauptkostenblock – die Miete – trotz geschlossener Läden weiter." Zudem solle es in der zweiten Jahreshälfte und 2021 bundesweit mehrere Sonntagsöffnungen geben, um den Konsum zu beleben.

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