Spanischer Hersteller Talgo : Deutsche Bahn stellt neuen Fernzug vor: ECx soll ab 2023 rollen

Stellten den neuen DB-Fernverkehrszug ECx vor: Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG, Jose Maria de Oroil Fabra, CEO Patentes Talgo S.L.U. und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Stellten den neuen DB-Fernverkehrszug ECx vor: Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG, Jose Maria de Oroil Fabra, CEO Patentes Talgo S.L.U. und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Die 23 neuen Fernzüge sollen einem Zwischenmodell aus ICE und IC entsprechen.

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13. März 2019, 15:02 Uhr

Berlin | Die Deutsche Bahn (DB) und der spanische Hersteller Talgo haben am Mittwoch den neuen Fernverkehrszug mit dem Arbeitstitel "ECx" in Berlin vorgestellt. Die lokbespannten Reisezugwagen soll die DB-Fahrzeugflotte ab 2023 ergänzen, schreibt der Konzern in einer Mitteilung.

Der spanische Zughersteller Talgo hatte einen Großauftrag der Deutschen Bahn an Land gezogen: Für rund 550 Millionen Euro soll Talgo zunächst insgesamt 23 Fernverkehrszüge an die Deutsche Bahn liefern. Insgesamt sieht der Rahmenvertrag die Lieferung von bis zu 100 Zügen vor, sagte eine Bahn-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP.

"Die ersten Züge sollen ab 2023 in Betrieb genommen werden", erklärte die Sprecherin. Eingesetzt werden sollen sie demnach auf Fernverkehrsstrecken, die nicht von ICE-Zügen bedient werden: zwischen Berlin und Amsterdam, Köln und Westerland sowie zwischen Hamburg und Oberstdorf. Die Fahrtzeit zwischen den Hauptstädten verkürze sich dann um etwa 30 Minuten auf 5 Stunden und 50 Minuten. Später fahre der Zug auch auf weiteren Routen, ab Sommer 2024 zum Beispiel auf den touristischen Strecken von Berlin nach Westerland auf Sylt mit Halt in Wittenberge und Ludwigslust oder nach Oberstdorf in Bayern.

Bis zu 230 Stundenkilometer schnell

Die neuen Züge sind Teil eines Investitionspakets zur Verbesserung des Fernverkehrs. "Wir schreiben damit die erfreuliche Tendenz fort, dass so viele Menschen wie niemals zuvor mit unseren ICE und IC-Zügen fahren", erklärte Bahn-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben der Bahn mehr als 145 Millionen Fahrgäste in den Fernzügen unterwegs. Im Vorjahr waren es noch 142 Millionen Passagiere gewesen.

"Die Bahnkunden erwarten zu Recht hochmoderne, zuverlässige und komfortable Züge", sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Die neuen Züge würden ICE-Komfort versprechen, versichert die Bahn mit Verweis auf W-Lan, viel Platz für Gepäck, ein Bordbistro sowie Fahrgastinformation mit Echtzeitdaten.

Besonders an den Zügen sei die geringere Fußbodenhöhe von 76 Zentimetern: An allen Türen des Zuges steigen Passagiere ebenerdig ein – zumindest an Bahnsteigen mit Standardhöhe. "Rollstuhlfahrer können künftig selbstständig an Bord kommen", sagte Bahnchef Richard Lutz.

Die Talgo-Züge haben insgesamt 570 Sitzplätze und sollen bis zu 230 Stundenkilometer erreichen. Der Auftrag der Bahn umfasst den Angaben zufolge die Lieferung von Elektro-Lokomotiven samt Reisewagen.

Talgo hat zuletzt einige Großaufträge bekommen: Für den spanischen Bahnbetreiber Renfe baut das Unternehmen mindestens 15 Hochgeschwindigkeitszüge. Zudem ist Talgo Teil des Konsortiums, das die neue Bahnverbindung zwischen den saudiarabischen Pilgerstädten Mekka und Medina errichtete.

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