Fahrplanwechsel 2018/2019 : Deutsche Bahn erhöht Fahrpreise – Mehr Züge auf beliebten Strecken

Zum Fahrplanwechsel erhöht die Bahn wieder die Preise – dieses Jahr moderat. Foto: imago/fossiphoto
Zum Fahrplanwechsel erhöht die Bahn wieder die Preise – dieses Jahr moderat. Foto: imago/fossiphoto

Die Bahn bleibt mit ihrer Preiserhöhung unter der Inflationsrate. Ein Teil der Reisenden muss mehr zahlen als bisher.

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04. Oktober 2018, 11:41 Uhr

Berlin | Bahnfahren wird in diesem Winter wieder etwas teurer. Das Preisniveau für Fahrten im Fernverkehr steigt zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember um 0,9 Prozent, wie die Deutsche Bahn am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die gleiche Erhöhung gab es vor einem Jahr. Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) werden in der ersten und der zweiten Klasse im Durchschnitt jeweils 1,9 Prozent teurer. Wer seine Reise bis zum 8. Dezember bucht, fährt noch zu den alten Preisen.

Mit der Anhebung um 0,9 Prozent bleibe man unter der momentanen Inflationsrate, stellte die Bahn fest. Die Teuerung lag in Deutschland im September bei 2,3 Prozent.

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Mehr Züge auf beliebten Strecken

Mit dem Fahrplanwechsel baut die Bahn ihr Angebot auf beliebten Strecken aus.

  • So werden auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München künftig fünf statt drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung unterwegs sein. Außerdem fährt dort nun auch der ICE 4, die jüngste Generation des Hochgeschwindigkeitszuges. Seit Eröffnung der neuen Verbindung im Dezember waren nach Angaben der Bahn bis Ende September bereits 3,5 Millionen mal Reisende zwischen München und Berlin unterwegs. Das Unternehmen hatte fürs gesamte erste Jahr mit 3,6 Millionen Fahrten gerechnet.
  • Ab Dezember wird täglich ein ICE auch von Berlin nach Wien und zurück fahren. Fahrzeit: knapp acht Stunden.
  • Zwischen Düsseldorf und Stuttgart wird die Bahn häufigere Direktverbindungen über den Frankfurter Flughafen anbieten.
  • Ab April 2019 fährt die Linie Frankfurt-Köln-Aachen-Brüssel durchgehend im Zweistundentakt.
  • Neu ist auch die Eurocity-Verbindung von Berlin nach Breslau und Krakau in Polen.

Vollsperrung der Strecke Hannover-Göttingen

Bereits am Montag hatte die Bahn über eine jahrelange Sanierung der alte ICE-Strecke Hannover-Würzburg informiert. Der erste Abschnitt Hannover-Göttingen wird deshalb von Juni bis Dezember 2019 voll gesperrt. Die Fernzüge werden umgeleitet, die Fahrzeit verlängert sich um bis zu 45 Minuten.

Was Bahnfahrer jetzt wissen müssen

Wie viel mehr müssen Bahnkunden jetzt bezahlen?

Das hängt ganz davon ab, welches Ticket man kauft. Weiterhin gibt es Aktionsangebote als sogenannte Sparpreise ab 23,90 Euro, außerdem die im August eingeführten Fahrscheine zum "Supersparpreis" ab 19,90 Euro. Fahrkarten zum vollen Preis, dem sogenannten Flexpreis, werden dagegen im Schnitt in beiden Klassen um 1,9 Prozent teurer. Die Bahncards 25 und 50, für die es 25 und 50 Prozent Rabatt auf das jeweilige Ticket gibt, kosten so viel wie bisher, ebenso die Platzreservierung (4,50 Euro). Die Bahn rechnet all diese Veränderungen zusammen – und kommt auf eine Preiserhöhung im Fernverkehr von durchschnittlich 0,9 Prozent.

Wen treffen die Erhöhungen besonders?

Wer kurzfristig in den Zug steigt, zahlt oft mehr, weil er keinen Sparpreis nutzen kann. Wer sogar ohne Ticket losfährt und beim Zugbegleiter nachlöst, dem brummt die Bahn in Zukunft einen Aufschlag von 19 Euro auf – bisher waren es 12,50 Euro. Streckenzeitkarten für Vielfahrer werden im Schnitt 2,9 Prozent teurer. Die Bahncard 100, mit der häufig Geschäftsleute pauschal alle Züge ein Jahr lang nutzen dürfen, kostet in der zweiten Klasse nun 4395 Euro (plus 125 Euro), in der ersten Klasse 7439 Euro (plus 214 Euro).

Wer zahlt eigentlich den vollen Preis?

Nach früheren Angaben der Bahn sind das weniger als 10 Prozent aller Fahrgäste. Die anderen gut 90 Prozent haben entweder eine Bahncard oder kaufen sich ein Ticket im Sonderangebot. Zu den geplanten Sparpreis-Aktionen 2019 hat sich die Bahn noch nicht geäußert.

Wie viel zahle ich künftig auf meiner Strecke?

Auch hier kommt es darauf an. Für die im Dezember eröffnete Schnellfahrstrecke München-Berlin etwa liegt der Flexpreis in der zweiten Klasse bei 153 Euro statt bisher 150 Euro (plus 2,0 Prozent). Von Frankfurt nach Hamburg sind mit 128 Euro künftig zwei Euro mehr zu zahlen (plus 1,6 Prozent). Die Strecke Köln-München kostet 150 Euro statt bisher 147 Euro (plus 2,0 Prozent).

Seit einem Jahr bietet die Bahn das Ticket zum vollen Preis (Flexpreis) tageweise mal teurer und mal billiger an. Wie geht es damit weiter?

Die Bahn will die Flexpreise weiterhin an bestimmten Tagen anheben oder senken. Hintergrund dieses Vorgehens: Die Züge sollen gleichmäßiger ausgelastet werden, vor allem an Wochenenden und vor Feiertagen. Es sollen nicht zu viele Menschen zur gleichen Zeit reisen, denn dann sind die Züge übervoll. Der Preisunterschied kann beträchtlich sein. Als Beispiel nennt die Bahn die ICE-Verbindung von Frankfurt nach Basel in der 2. Klasse am Ostermontag 2019. Die Fahrt kostet ohne Rabatt 55,50 Euro und damit 4,50 Euro (8,8 Prozent) mehr als an einem normalen Werktag. Am Ostersonntag ist das Ticket für 46,50 Euro zu haben, also mit 4,50 Euro Preisabschlag (minus 8,8 Prozent).

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