Wegen Coronavirus und Ölpreiskrieg : Börsen-Crash: Handel an der Wall Street gestoppt, Dax mit massiven Verlusten

Am Montag ist der Börsenhandel an der Wall Street unterbrochen worden.
Am Montag ist der Börsenhandel an der Wall Street unterbrochen worden.

Der Handel an der Wall Street muss unterbrochen werden, auch der deutsche Aktienindex Dax verzeichnet massive Verluste.

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09. März 2020, 14:50 Uhr

Frankfurt/New York | Das sich weiter ausbreitende Coronavirus und ein Crash an den internationalen Ölmärkten haben den US-Aktienmarkt am Montag einbrechen lassen. Der Dow Jones Industrial büßte mehr als 2000 Punkte oder 7,79 Prozent auf 23.851,02 Zähler ein. Er fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang vergangenen Jahres.

In den vergangenen zwei Wochen hatte der Dow bereits fast elf Prozent verloren, belastet vor allem von den drohenden Folgen des Coronavirus für die weltweite Wirtschaft. Der marktbreite S&P 500 verlor 7,60 Prozent auf 2746,56 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 6,83 Prozent auf 7948,03 Zähler abwärts. Nach panikartigen Verkäufen unmittelbar nach der Startglocke wurde der Aktienhandel zunächst für 15 Minuten unterbrochen. Die Kursschwankungen waren in den ersten Handelsminuten so groß, dass die Börse den Handel vorübergehend stoppte.

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Deutscher Aktienindex: Massive Verluste beim Dax

Damit hat sich der schon vor einigen Tagen begonnene Ausverkauf an den Börsen beschleunigt. Der Deutsche Aktienindex Dax erlebte einen der schwärzesten Tage seiner mehr als 30 Jahre alten Geschichte und büßte zwischenzeitlich fast 1000 Punkte ein. Der Dax schloss 7,94 Prozent tiefer bei 10.625,02 Punkten, womit die Gewinne aus dem vergangenen Jahr fast aufgezehrt wurden – der größte prozentuale Tagesverlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel ging am Ende um 6,70 Prozent auf Talfahrt und stand damit bei 23.091,71 Punkten.

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Am frühen Nachmittag war der Dax zeitweise um rund 8,5 Prozent in die Tiefe gerauscht. Dies war der höchste Verlust während der Handelszeit seit dem Referendum zum EU-Austritt Großbritanniens im Juni 2016.

Zu den Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie kommt die Furcht vor einem Ölpreiskrieg. Der Preis für Rohöl brach um 30 Prozent ein. Händler sprachen angesichts des Crashs von einem "schwarzen Montag".

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"Anleger fliehen aus allem, was Risiko hat"

Auch europaweit crashten die Aktienmärkte: Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, sackte um 8,45 Prozent auf 2959,07 Punkte ab. Ähnlich deutlich ging es auch in Paris und London nach unten. Der italienische Leitindex FTSE MIB krachte um mehr als elf Prozent in die Tiefe.

Die Aktienmärkte in Asien schlossen ebenfalls tief in der Verlustzone. An der Leitbörse in Tokio stürzte der Nikkei-Index 225 um mehr als 1000 Punkte unter die psychologisch wichtige Marke von 20 000 Punkten. Am Ende ging er rund 5 Prozent tiefer aus dem Handel.

Der deutsche Aktienindex Dax verzeichnet am Montagnachmittag massive Verluste.
AFP/Torsten Silz
Der deutsche Aktienindex Dax verzeichnet am Montagnachmittag massive Verluste.

Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem "regelrechten Blutbad. Zum Kampf gegen Corona kommt jetzt noch der Ölkrieg dazu", sagte er. "Anleger fliehen aus allem, was Risiko hat." Die Kurse von Bundesanleihen stiegen dagegen deutlich, und auch der Euro legte zu, denn auch er gilt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

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Steigende Kurse für Bundeswertpapiere

So stiegen am deutschen Rentenmarkt die Kurse der Bundeswertpapiere deutlich, während die Renditen entsprechend heftig in den Keller rauschten: Die Umlaufrendite sackte auf ein Rekordtief von minus 0,82 Prozent.

Der Euro legte ebenfalls stark zu und notierte zuletzt bei 1,1467 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1456 (Freitag: 1,1336) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8729 (0,8821) Euro.

Coronavirus: Anleger reagieren mit Panik

Mit Panik reagierten die Anleger einerseits auf die zunehmende Infektionswelle durch das neuartige Coronavirus und die Sterberate. In Europa stieg vor allem im besonders stark betroffenen Italien die Zahl der Todesfälle sprunghaft an. Große Teile Norditaliens sind inzwischen abgeriegelt. Rein und raus darf man nur noch im Notfall oder aus Arbeitsgründen. Andererseits schockierte, dass nach den gescheiterten Verhandlungen von Ölförderstaaten am Freitag nun der Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland über die künftige Fördermenge eskaliert. Angeblich erwägt Saudi-Arabien, seine Fördermenge in den kommenden Monaten zu erhöhen, was dann womöglich auch Russland zu einer ähnlichen Aktion bewegen könnte.

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Nachrichten zu einzelnen Unternehmen oder Bilanzen spielten angesichts des Ausverkaufs an den weltweiten Börsen so gut wie keine Rolle. "Alles wird vom Crash überschattet", sagte ein Händler. In der Dax-Familie gab es auch zur Mittagszeit keine Gewinner.

Verlierer im Dax: Schwere Verluste für die Deutsche Bank

Besonders schwere Verluste erlitten erneut die Aktien der Deutschen Bank. Sie sackten bei 5,61 Euro auf ein Rekordtief und büßten zuletzt rund 15 Prozent auf 5,75 Euro ein. Den Aktien der Commerzbank erging es im MDax nicht besser. Auch sie erreichten ein Rekordtief bei aktuell 3,704 Euro, was ein Minus von knapp 14 Prozent war. Die Aussicht auf noch tiefere Zinsen belastet die Bankenbranche. Zudem steigt das Risiko von Kreditausfällen, und das nicht nur wegen einer möglichen virusbedingten Rezession.

Daimler, VW, BMW und Continental deutlich im Minus

Steil abwärts ging es auch für die konjunktursensiblen Papiere der Autobranche. Der bereits durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie den Wandel in Richtung Elektromobilität schwer gebeutelte Sektor beschleunigte seine Talfahrt am Nachmittag und sackte um zehn Prozent ab. Im Dax ging es für die Anteile von Daimler um etwas mehr als 13 Prozent abwärts. VW folgten mit minus 10,3 Prozent, Continental gaben 8,1 Prozent ab und BMW knapp zehn Prozent.

Die Papiere der bereits schwer von der Virus-Epidemie betroffenen Lufthansa büßten 7,1 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit 2016. Die Fluggesellschaft hatte am Freitag bereits mitgeteilt, dass sie wegen des heftigen Nachfrageeinbruchs infolge der Corona-Epidemie in den nächsten Wochen die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduziert.

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