Entscheidung gegen die USA : Absturz der Boeing 737 Max 8: Flugschreiber sollen in Europa untersucht werden

Die Boeing 737 Max 8 war am Sonntag kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt.
Die Boeing 737 Max 8 war am Sonntag kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt.

Die Entscheidung gegen die USA könnte als Misstrauen gegenüber Boeing ausgelegt werden.

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13. März 2019, 13:48 Uhr

Addis Abeba | Die Flugschreiber der am Sonntag in Äthiopien verunglückten Boeing 737 Max 8 sollen zur Analyse nach Europa geschickt werden. In welches Land sei noch nicht sicher, erklärte der Sprecher der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines, Asrat Begashaw, am Mittwoch. Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein könnten.

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Für gewöhnlich werden die Flugschreiber nach einem Unglück in das Herstellerland geschickt, was in diesem Fall die USA wären. Die Entscheidung für ein europäisches Land könnte daher als Misstrauen gegenüber Boeing ausgelegt werden. Der US-Luft- und Raumfahrtkonzern steht zuletzt immer mehr in der Kritik, denn der Absturz am Sonntag mit 157 Toten ereignete sich nur fünf Monate nach einem ähnlichen Unglück in Indonesien.

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In beiden Fällen war eine relativ neue Boeing 737 Max 8 im Einsatz und es kam kurz nach dem Start im Steigflug zu einem Unglück. Bei dem indonesischen Crash vermuten die Experten, dass eine von Boeing für den Flugzeugtyp entwickelte Steuerungssoftware eine entscheidende Rolle gespielt haben könnte. Europa und weite Teilen Asiens haben den Flugzeugtyp nun mit einem Startverbot belegt. Mindestens 200 der seit 2017 rund 350 ausgelieferten Maschinen stehen inzwischen am Boden.

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