Kurswechsel nach Trump-Forderung : Billiges Geld: Darum senkt die US-Notenbank den Leitzins

Fed-Chef Jerome Powell (r.), mit US-Präsident Donald Trump (l.).
Fed-Chef Jerome Powell (r.), mit US-Präsident Donald Trump (l.).

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. US-Präsident Donald Trump hatte diesen Schritt gefordert. Was dahinter steckt.

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31. Juli 2019, 20:10 Uhr

Washington | Der Zinssatz befindet sich damit in der Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent, wie die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch erklärte. Zudem werde die Bank die Drosselung ihres Anleihenprogramms im August beenden, zwei Monate früher als geplant. Die Entscheidung der Notenbank dürfte der Börse und der US-Konjunktur neuen Schwung verleihen.

Es ist die erste Zinssenkung der Fed seit Dezember 2008. Angesichts der Abkühlung der Weltwirtschaft und schwelender Handelskonflikte hatte sich der Schritt abgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte die Fed noch vier Mal die Zinsen angehoben.

Zäsur der Geldpolitik

Die damit von der Notenbank eingeleitete Zinswende markiert eine Zäsur der Geldpolitik: Im Zuge der verheerenden globalen Finanzkrise 2008/2009 hatte die Notenbank die Zinsen aggressiv gesenkt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. 2015 begann sie, den Leitzins wieder sukzessive zu erhöhen.

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Zuletzt sorgte sich die Notenbank jedoch wegen der von US-Präsident Donald Trump vorangetriebenen Handelskonflikte und weltweit schlechteren Konjunkturaussichten um die US-Wirtschaft. Analysten zufolge wollte die Fed mit ihrem Schritt eine drohende Abschwächung der seit nunmehr zehn Jahren wachsenden US-Wirtschaft auffangen.

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für Schuldendienst ausgeben müssen und damit mehr Einkommen zur Verfügung haben.

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Forderung von Trump

Mit der Zinssenkung kam die unabhängige Notenbank auch ihrem prominentesten Kritiker – Präsident Trump – entgegen. Er äußert seit Monaten öffentlich harsche Kritik am Kurs der Notenbank und fordert niedrigere Zinsen. Er hatte die Fed etwa als "völlig ahnungslos" oder auch als "hartnäckigstes Problem" der US-Wirtschaft bezeichnet. Noch am Dienstag hatte er die Notenbank angesichts der erwarteten leichten Senkung des Leitzinses zu einem größeren Einschnitt aufgefordert.

Die US-Arbeitslosenquote lag im Juni bei nur 3,7 Prozent. Das Wachstum der Wirtschaft ist noch robust, verlangsamt sich aber. Die Inflation indes liegt unter dem Ziel der Notenbank von zwei Prozent. Einige Analysten hatten daher argumentiert, es brauche eine größere Zinssenkung um 0,5 Prozent, um Inflation und Wirtschaft anzuheizen.

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