Drohende Zerschlagung : Marke vor dem Aus: Verschenkt Metro die Real-Supermärkte?

Die Real-Märkte sollen verkauft werden.
Die Real-Märkte sollen verkauft werden.

Die Marke Real soll es nach einem geplanten Verkauf der Supermarkt-Kette nicht mehr geben.

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10. April 2019, 11:35 Uhr

Mönchengladbach | Die Verkaufspläne des Handelskonzerns Metro für seine Tochter Real stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Laut eines Berichts des "Handelsblatts" könnte bei zwei potenziellen Käufern davon ausgegangen werden, dass Real nach dem Kauf zerschlagen werde, auch der Markenname würde dann verschwinden. Offenbar hat Metro jedoch große Sorgen, dass der Verkauf der defizitären Tochter überhaupt gelingt.

Denn eigentlich plant der Handelskonzern, die Supermarktkette inklusive der Immobilien komplett abzugeben. Laut eines weiteren Berichts des "Handelsblatt" existiert wohl aber noch ein Plan B mit dem Namen „Projekt Cartagena“, wonach nur der Betrieb ohne Immobilien veräußert werden soll. Dazu sei Metro in Gesprächen mit dem Einkaufsverbund Markant.

Demnach soll Metro sogar bereit sein, die Tochter nicht nur zu verschenken, sondern auch noch Geld draufzulegen, wenn Markant Real ohne Immobilien übernimmt. Der Kaufpreis soll derzeit bei 99 Millionen Euro liegen. Metro würde vor dem Verkauf noch Kapital in Höhe von 300 Millionen Euro dazuschießen, um den den Liquiditätsbedarf „für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren“ abzudecken.

Real-Standort in Schwerin

Real betreibt deutschlandweit aktuell 279 Filialen und beschäftigt 36.000 Mitarbeiter. Von anderen Märkten unterscheiden sich die Läden vor allem durch die Größe des Sortiments. In Schwerin betreibt Real einen Markt. Der Firmenumsatz liegt bei mehr als sieben Milliarden Euro, ist aber seit vielen Jahren rückläufig. Zudem schreibt die Kette regelmäßig Verluste.

Immobilien von Interesse

Konzernmutter Metro soll derzeit mit zwei Interessenten über den Verkauf verhandeln. Bei beiden soll es sich um Immobiliengesellschaften handeln, die vor allem an dem Wert der Liegenschaften interessiert seien und nicht so sehr am defizitären Betrieb der Märkte. 65 Immobilien gehörten Real selbst, der Rest der Märkte sei in Mietobjekten untergebracht.

Rewe-Konzernchef Lionel Souque bekräftigte, dass der Kölner Handelsriese zwar Interesse an einem Teil der Real-Märkte habe, an einer Gesamtübernahme aber nicht interessiert sei. Auch die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, soll bereits sein, etwa 100 Märkte zu übernehmen.

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