Kritik an Versandhändler : Aufregung bei Amazon: Weihnachtsdeko mit Auschwitz-Motiven aufgetaucht

Weihnachtsdeko mit Motiven des KZ Auschwitz-Birkenau konnte bei Amazon bestellt werden.
Weihnachtsdeko mit Motiven des KZ Auschwitz-Birkenau konnte bei Amazon bestellt werden.

Bei Amazon konnten Weihnachtsartikel mit Auschwitz-Motiven bestellt werden. Der Online-Versandhändler reagiert.

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03. Dezember 2019, 08:54 Uhr

Washington | Amazon hat mehrere Artikel zurückgezogen, die Weihnachtsmotive mit Bildern des Konzentrationslagers Auschwitz zeigen. Vorausgegangen waren Proteste der Auschwitz-Gedenkstätte im südpolnischen Oswiecim.

Die Abbildungen zeigten einen Flaschenöffner sowie Christbaumanhänger aus Porzellan in Stern- oder Glockenform, auf denen neben der Aufschrift "Krakow, Poland" die Baracken und Stacheldrahtzäune des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zu sehen sind. "Der Verkauf von Weihnachtsschmuck mit Bildern von Auschwitz scheint nicht angemessen", kritisierte die Gedenkstätte. Auschwitz als Flaschenöffner sei "verstörend und respektlos".


Amazon verbannt Ware mit Auschwitz-Motiven

Die verwendeten Bilder zeigten auch die Bahngleise, die zum früheren KZ-Eingang führen, und eine Reihe von Szenen in den Lagern, in denen mehr als eine Million Juden während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. Der Online-Versandhändler entfernte die Produkte. "Alle Anbieter müssen unsere Verkaufsrichtlinien befolgen, und diejenigen, die dies nicht tun, müssen damit rechnen, dass ihre Konten gesperrt werden", erklärte ein Amazon-Sprecher im Fernsehsender CNN.

Zur Sache: KZ Auschwitz-Birkenau

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Schätzungen starben dort mehr als eine Million Menschen, zumeist Juden. Soldaten der Roten Armee befreiten das Lager am 27. Januar 1945 und fanden dort unter den Häftlingen noch etwa 7000 Überlebende. Die Nazis und ihre Helfershelfer ermordeten während des Holocaust insgesamt rund sechs Millionen Juden.


Die Gedenkstätte wies auf Twitter jedoch darauf hin, dass ähnliche Artikel beim Wish-Shoppingportal weiterhin im Angebot seien. "Wir hoffen, dass die Reaktion ähnlich wie bei Amazon sein wird", hieß es.


Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon gezwungen ist, Produkte von seiner Webseite zu nehmen. Anfang des Jahres wurden zum Beispiel eine Reihe von Produkten entfernt, die als islamfeindlich wahrgenommen wurden.

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