Studie : 90 Prozent aller Haushalte beschäftigen ihre Reinigungskraft schwarz

Über 3,3 Millionen Haushalte beschäftigen eine Reinigungskraft.
Über 3,3 Millionen Haushalte beschäftigen eine Reinigungskraft.

Der "Arbeitsplatz Privathaushalt" ist noch immer weit davon entfernt, ein "normaler Arbeitsplatz" zu werden.

von
16. Juli 2019, 09:52 Uhr

Köln/München | Knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Reinigungskraft lassen einer Studie zufolge ihre Wohnung schwarz putzen. "Geht man von rund 41 Millionen Haushalten insgesamt aus, beschäftigten im Jahr 2017 über 3,3 Millionen Haushalte gelegentlich oder regelmäßig eine Hilfe und knapp 2,9 Millionen Haushalte ließen schwarz reinigen und einkaufen", erläuterte Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Der Verhaltensökonom und Wirtschaftsethiker hat die Schwarzarbeit bei Reinigungskräften in einer aktuellen Studie untersucht, die der Deutschen Presse-Agentur in München exklusiv vorlag.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Weit von "normalem Arbeitsplatz" entfernt

Der Anteil der Schwarzarbeit sei durch die steuerliche Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen sowie der vereinfachten Anmeldung über die Minijobzentrale zwar von rund 93 Prozent im Jahr 2005 auf zuletzt 88,5 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen, erläuterte Enste. Doch noch immer sei der "Arbeitsplatz Privathaushalt" weit davon entfernt, ein normaler Arbeitsplatz zu werden – dabei nehmen seit Jahren relativ konstant rund acht Prozent aller Haushalte Hilfe in Anspruch. Enste erwartet, dass die Zahlen sowohl für 2018 als auch für 2019 weitgehend unverändert ausfallen.

Die richtige Anmeldung

Das Anmelden einer Haushaltskraft geht schnell und unkompliziert online unter www.minijob-zentrale.de, informiert die Deutsche Rentenversicherung Bund.

Per Post und Fax

Alternativ können Privathaushalte die Angaben per Post oder Fax übermitteln. Dazu laden sie das Formular Haushaltsscheck herunter oder fordern es postalisch, telefonisch oder per E-Mail an. Dort müssen sie ihre Kontaktdaten, Steuernummer und Bankverbindung eintragen sowie Angaben zur Haushaltshilfe und Dauer der Beschäftigung machen. Zudem brauchen sie eine Betriebsnummer. Wer noch keine hat, erhält sie automatisch von der Minijob-Zentrale.Die Anmeldung mit dem Haushaltsscheck ist nur möglich, wenn es um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis in einem Privathaushalt geht  also entweder um einen 450-Euro-Job oder einen kurzfristigen Minijob.

 

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen