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Sorge um Ernte in Deutschland Ukraine-Krieg: Bauern fordern staatliche Düngemittel-Reserve

Von Dirk Fisser | 05.06.2022, 08:56 Uhr

Dünger ist in Folge des Ukraine-Krieges knapp und teuer. Und wenn Russland Deutschland den Gashahn zudreht, könnte es noch schlimmer kommen. Die Bauern fordern daher: Deutschland braucht eine staatliche Dünger-Reserve.

Die Bauern machen sich Sorge um die Verfügbarkeit von Dünger in Deutschland. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte unserer Redaktion: „Deutschland muss eine Düngemittel-Reserve für den Notfall aufbauen. Ähnlich wie es ja auch eine Ölreserve gibt.”

„Landwirtschaft bei Gaslieferung priorisieren“

Rukwied verwies darauf, dass die Herstellung von Stickstoffdünger sehr Gas-intensiv ist. „Ohne Stickstoffdünger gehen die Erträge auf dem Acker signifikant runter. Da reden wir über 30 oder 40 Prozent.” Für den Fall eines russischen Gasembargos müsse die Landwirtschaft daher bei Gaslieferungen priorisiert werden, so Rukwied.

Der Krieg in der Ukraine könnte auch laut den Vereinten Nationen massive globale Auswirkungen haben. Etwa 1,4 Milliarden Menschen könnten von Nahrungsmittelknappheit betroffen sein, wenn Exporte von Getreide aus der Ukraine und Dünger aus Russland weiter ausblieben, sagte Amin Awad, der UN-Krisenkoordinator für die Ukraine, am Freitag.

Es sei deshalb unbedingt notwendig, dass die Handelsrouten über das Schwarze Meer nicht länger blockiert bleiben. „Wenn die Öffnung der Häfen scheitert, wird das Hunger, Destabilisierung und Massenmigration auf der ganzen Welt zur Folge haben“, sagte Awad, der aus Kiew zugeschaltet war.

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