Tausende Tiere eingeschläfert? : Russland sagt streunenden Hunden den Kampf an

<p>Ein streunender Hund: In Russland sollen vor der Fußball-WM Tausende Vierbeiner getötet werden. Foto: dpa/Symbolbild</p>

Ein streunender Hund: In Russland sollen vor der Fußball-WM Tausende Vierbeiner getötet werden. Foto: dpa/Symbolbild

Streunende Hunde sollen vor der WM von Russlands Straßen verschwinden. Für viele von ihnen bedeutet dies den Tod.

svz.de von
16. Mai 2018, 18:14 Uhr

Es ist ein grausames Vorgehen: Vor der Fußball-Weltmeisterschaft will  Russland seine streunenden Hunde loswerden. Dafür sollen Tausende der Vierbeiner getötet werden. Das berichtet das "Hamburger Abendblatt".  

Dem Bericht zufolge sollten allein in Jekaterinburg in diesem Jahr 4500 streunende Hunde eingefangen und  ein Großteil von ihnen getötet werden. "Die Hunde werden zehn Tage in Quarantäne gehalten, zehn Prozent davon – gesunde und gutmütige Tiere – ausgesondert, die übrigen 90 Prozent eingeschläfert", wird Anna Waiman, Leiterin der Tierschutzstiftung Soosaschtschita, zitiert. Für die ausgesonderten Tiere gäbe es noch eine Gnadenfrist von 20 Tagen, nehme sie dann keiner auf, würden auch sie getötet. 

Laut "Abendblatt" häuften sich vor der Fußball-WM, die am 14. Juni beginnt, die Meldungen über das Töten frei umherlaufender Hunde. Protest macht sich breit. Auf change.org unterzeichneten schon mehr als 1,6 Millionen Menschen eine Petition gegen das Töten der Hunde.

Dabei steht das Töten der Vierbeiner in Russland eigentlich nicht an der Tagesordnung. Vielmehr versuchen die Kommunalverwaltungen größerer Städte nach dem FSIF-Prinzip zu handeln, bedeutet: "Fangen, sterilisieren, impfen, freilassen". Um aber WM-Touristen ein sicheres Gefühl zu geben, wollten viele Rathäuser die Streuner loswerden.  

Mittlerweile soll das russische Sportministerium die Austragungsstädte angewiesen haben, die Tiere möglichst human zu behandeln. Dafür sollten etwa neue Tierheime gebaut werden. 

Das Hunde-Töten ist kein neues Phänomen. Schon zur Fußball-EM in Polen und der Ukraine im Jahr 2012 wurden streunende Vierbeiner zur Strecke gebracht. 

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