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Möglicher Anschlag verhindert : Polizei nimmt zwei Salafisten in Göttingen fest

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Was genau die beiden vorhatten, ist noch unbekannt: In Göttingen hat die Polizei zwei Männer festgenommen, die möglicherweise einen Anschlag geplant haben.

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 11:45 Uhr

Die Polizei hat möglicherweise einen bevorstehenden Terror-Anschlag verhindert und in Göttingen zwei Männer aus der salafistischen Szene festgenommen. Es handele sich um einen 27-jährigen Algerier und einen 23-jährigen Nigerianer, teilten die Polizei in Göttingen und das niedersächsische Innenministerium am Donnerstag mit. Zu den genauen Plänen der beiden Männer wollte eine Polizeisprecherin in Göttingen zunächst nichts sagen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bewertete den Einsatz als „sehr wichtigen Schlag gegen die Szene“.

Die beiden als Gefährder eingestuften Männer lebten mit ihren Familien seit längerer Zeit in Göttingen und seien dort Mitglieder der islamistischen Szene. Rund 450 Polizisten durchsuchten in der Nacht zum Donnerstag elf Gebäude im Göttinger Stadtgebiet und ein Haus in Nordhessen. Dabei wurden die beiden Männer festgenommen. Ob und in welchem Umfang dabei Beweismittel sichergestellt wurden, war zunächst nicht zu erfahren.

Hintergrund: Salafisten-Szene in Göttingen seit Jahren unter Beobachtung

Die Ermittler gehen von rund 50 Angehörigen der Szene aus. Dazu zählen nach Einschätzung einer Expertin zum Islam konvertierte Deutsche ebenso wie Deutsche mit Migrationshintergrund, die teils gewaltbereit sind. Staatsschutz und Verfassungsschutz haben die Göttinger Szene seit Jahren im Blick.

Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ist die Region Hildesheim/Göttingen ein Schwerpunkt bei den Ausreisen von Islamisten Richtung Syrien. 42 Prozent der aus Niedersachsen ausgereisten Menschen stammen von dort. Die Salafisten werben auch in Göttingen aktiv um weitere Mitglieder, auch unter den Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften.

In mehreren Fällen boten sie laut Sicherheitsbehörden ihre Dienste als Dolmetscher oder als Sicherheitsleute an - mit Erfolg. Niedersachsenweit liegt die Zahl der Salafisten nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes bei 680. Vor knapp einem Jahr waren es noch 480.

Verfassungsschutz Niedersachsen zu Salafismus

 

Der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig sagte, die Erkenntnislage zu dem möglicherweise konkret bevorstehenden Anschlag habe sich in den vergangenen Tagen soweit verdichtet, dass ein schneller Einsatz notwendig gewesen sei. „Wir hatten dabei in meiner Bewertung keinerlei Ermessen“, sagte Lührig.

Die Ermittler wollen in einer Pressekonferenz am Mittag (13 Uhr) zu dem Einsatz Stellung nehmen. Weitere Details werde es bis dahin aus ermittlungstaktischen Gründe nicht geben, sagte Polizeisprecherin Julia Huhnold. Niedersachsens Innenminister Pistorius will um 13.30 Uhr in Cuxhaven Stellung nehmen.

An dem Einsatz seien Kräfte der Polizeidirektion Göttingen, des Landeskriminalamtes Niedersachsen, des Spezialeinsatzkommandos sowie der Bereitschaftspolizei Niedersachsen beteiligt gewesen.

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