Konzept : Zivilschutz in Eigenregie

In einer Reihe stehen Rettungsfahrzeuge im Gefahrenabwehrzentrum in Neumünster.
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In einer Reihe stehen Rettungsfahrzeuge im Gefahrenabwehrzentrum in Neumünster.

Bevölkerung soll Vorräte für den Fall von Kriegen und Katastrophen anlegen

svz.de von
22. August 2016, 00:10 Uhr

Die Bundesregierung will die Menschen in Deutschland dazu aufrufen, für den Fall von Kriegen und Katastrophen Vorräte anzulegen. „Die Bevölkerung trägt durch eigene Vorsorgemaßnahmen im Rahmen des Selbstschutzes zur Verringerung des Bedarfs an Notversorgungsleistungen bei“, heißt es in der „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV), die unserer Berliner Redaktion vorliegt und am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden soll. Die Bevölkerung solle für einen Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag „in nicht gesundheitsschädlicher Qualität“ sowie einen Lebensmittelvorrat für zehn Tagen vorhalten. Ebenso sollten die Menschen für den Ernstfall warme Decken, Kleidung, geladene Akkus für Computer, Handys und Telefone, solarbetriebene Radios und Ladegeräte, Kerzen, Taschenlampen sowie eine Bargeldreserve vorhalten.

Mit der Neufassung überarbeitet die Bundesregierung erstmals seit mehr als 20 Jahren ihr Konzept Zivile Verteidigung. „Die wachsende Verwundbarkeit der modernen Infrastruktur und die Ressourcenabhängigkeit moderner Gesellschaften bieten vielfältige Angriffspunkte“, heißt es in dem Papier. Erwartet werden demnach insbesondere hybride Konflikte – also Angriffe verdeckt kämpfender Truppen ohne Hoheitszeichen, Cyberangriffe und Desinformationskampagnen. Eine konkrete militärische Verteidigungsplanung im Sinne der Landesverteidigung bestehe derzeit nicht. Für den Fall atomarer, chemischer oder biologischer Verseuchung müssen laut Konzept für Einsatzkräfte Schutzanzüge und Masken vorgehalten werden. Ob für die Bevölkerung Schutzanzüge bereitgestellt werden, soll geprüft werden. In Krankenhäusern sollen „Dekontaminationsstrecken“ eingerichtet, vor den Kliniken Dekontaminationsstellen für Verletzte aufgebaut werden. Auch Reserven von Antibiotika, Antidoten, Kalium-Iod-Tabletten und Beatmungsbetten müssen in Kliniken angelegt werden.


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