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Verkehr : Zahl der Pendler nimmt weiter zu

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

1999 waren es 2 166 916 Arbeitnehmer, im Jahr 2015 bereits 3 025 707 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die ihren Arbeitsort nicht in dem Bundesland hatten, in dem sie wohnten.

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erstellt am 17.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Die Zahl der Berufspendler in Deutschland ist nach Informationen unserer Berliner Redaktion in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2015 gab es 3 025 707 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die ihren Arbeitsort nicht in dem Bundesland hatten, in dem sie wohnten. Im Jahr 1999 waren es noch 2 166 916 Arbeitnehmer. Das ergibt sich aus Daten, die die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage der stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion Sabine Zimmermann zur Verfügung stellte. Noch immer pendeln wesentlich mehr Beschäftigte aus Ostdeutschland zum Arbeiten in die westlichen Bundesländer als in umgekehrter Richtung. 2015 pendelten 398 384 ostdeutsche sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den Westen, 1999 waren es 307 907. Aus Westdeutschland kamen im Jahr 2015 etwa 134 500 Beschäftigte zum Arbeiten in die neuen Bundesländer. Im Vergleich zu 1999 ist deren Zahl ebenfalls gestiegen. Damals waren es noch 76 789.

 „Der Druck, im Beruf mobil zu sein und weite Wege zum Arbeitsplatz zurückzulegen, hat in den letzten Jahren unvermindert angehalten“, sagte Linken-Fraktionsvize Zimmermann. Der Preis der erhöhten Mobilität sei zunehmender Stress, insbesondere bei den so genannten Fernpendlern, bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. „Der hohe Pendlerüberschuss von Ost nach West ist immer noch Ausdruck der Flucht vor Arbeitslosigkeit und Niedriglöhnen in den neuen Bundesländern“, so die Linken-Arbeitsmarktexpertin: „Über 25 Jahre nach der Wende kann definitiv nicht von gleichwertigen Lebensverhältnissen gesprochen werden.“

 





 

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