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Bertelsmann-Studie : Wie sehen die Deutschen den Islam?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutsche empfinden den Islam zunehmend als Bedrohung.

Die große Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime fühlt sich eng mit der deutschen Gesellschaft und dem Staat verbunden. Trotzdem empfinden immer mehr Deutsche den Islam als Bedrohung. Das ergab eine gestern vorgestellte Studie der Bertelsmann-Stiftung. 14  000 Personen in 13 Ländern wurden befragt. Hintergründe zur Debatte um den Islam in Deutschland von Antje Schroeder.

Wie viele Muslime gibt es in Deutschland?
In Deutschland leben heute rund vier bis 4,5 Millionen Muslime – genaue Zahlen gibt es nicht, da die Religionszugehörigkeit nicht offiziell erfasst wird. Das entspricht gut fünf Prozent der Bevölkerung. 74 Prozent der Muslime, die meisten mit türkischen Wurzeln, sind Sunniten, 13 Prozent Aleviten. Als Schiiten bezeichnen sich sieben Prozent der Muslime in Deutschland. Die Zahl derer in Deutschland, die sich zum Islam bekennen, nimmt zu: Vor 20 Jahren waren es 2,7 Millionen.

Wie gross ist die Zahl gewaltbereiter Islamisten?
7000 Muslime zählen zur radikalen Minderheit der Salafisten. Zum islamistisch-terroristischen Milieu gehören laut dem Bundeskriminalamt rund 1000 Personen. 260 Personen werden als „Gefährder“ eingestuft, bei denen es Anhaltspunkte für politisch motivierte Straftaten gibt. 550 sind nach Syrien oder in den Nordirak ausgereist, 180 mittlerweile zurückgekehrt. 30 von ihnen haben Kampferfahrung.

Wie religiös sind die in Deutschland lebenden Muslime?

Muslime sind gläubiger als Angehörige anderer Religionen in Deutschland. 44 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime bezeichnen sich als hochreligiös, gegenüber 29 Prozent der Katholiken.


Für wie bedrohlich halten die Deutschen den Islam?

Während sich die Muslime integrieren, scheinen sich die Deutschen immer mehr abzuschotten. 57 Prozent bezeichneten den Islam als bedrohlich. Vor zwei Jahren waren es erst 53 Prozent. 61 Prozent der Deutschen, neun Punkte mehr als noch 2012, würden die Aussage unterschreiben, der Islam passe nicht in die westliche Welt. Das Bildungsniveau, die politische Orientierung und der soziale Status spielen den Forschern zufolge bei der Beurteilung des Islam kaum eine Rolle. So fühlen sich Bürger, die sich politisch als links oder mitte-rechts bezeichnen, am meisten vom Islam gefährdet. Selbst unter Hochschulabsolventen hält immer noch jeder zweite den Islam für bedrohlich – für die Studienautoren ein Beleg dafür, dass die Islamfeindlichkeit mittlerweile „salonfähig“ wird. Hingegen sehen nur 29 Prozent der Deutschen den Islam als Bereicherung an – gegenüber 53 Prozent, die dem Judentum und 60 Prozent, die dem Buddhismus positiv gegenüberstehen.




 

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