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Gesundheit : Weniger Krebskranke in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zeigt das Rauchverbot in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden seit 2007 Wirkung?

Die Zahlen der Neuerkrankungen an Krebs – insbesondere an Lungenkrebs – sinken. Zeigt das Nichtraucherschutzgesetz von 2007 mit dem Rauchverbot in Gaststätten und in öffentlichen Gebäuden in Mecklenburg-Vorpommern Wirkung? Nach neuesten Auswertungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) erkrankten 2012 im Nordosten 10  631 Frauen und Männer an bösartigen Tumoren. Das waren 130 Menschen weniger als im Jahr 2011 und 230 weniger als im Jahr 2010. Insgesamt starben 4992 Erkrankte 2012. 2010 waren es 5056, die den Krebs nicht überlebten.

Erkrankungen der Lunge, des Dickdarms und der Prostata sind die häufigsten Krebsarten bei Männern. Bei Frauen sind am häufigsten Brust, Darm und Lunge betroffen.

Auch gemessen an der Bevölkerungszahl sinkt die Rate der Lungenkrebserkrankungen: Auf 100  000 Einwohner gerechnet erkrankten 2012 in Mecklenburg-Vorpommern 69 Männer und 22 Frauen an bösartigen Tumoren in der Lunge. 2010 waren es 74 Männer und 24 Frauen.

Rauchen gilt nicht nur bei Lungenkrebs als Hauptursache. „Teer aus dem Tabakqualm wirkt sich auch auf die Zellen anderer Organe schädigend aus“, erklärte Dr. Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gegenüber unserer Redaktion. Allerdings sei es zu früh, den Rückgang der Neuerkrankungen bei Lungenkrebs auf das Nichtraucherschutzgesetz vom 1. August 2007 zurückzuführen. „Es wird möglicherweise Auswirkungen geben, aber die können wir erst nach 15 bis 20 Jahren erkennen“, sagte die Expertin. Sie nennt die Verteuerung der Zigaretten durch die Steueranhebungen ab 2002 und andere Präventionsmaßnahmen als mögliche Ursachen für die sinkenden Krebsraten.

 

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erstellt am 06.Jul.2016 | 06:30 Uhr

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