Ärger mit der Bahn : Wehrbeauftragter besteht auf Gratis-Bahnfahrten für Soldaten

Soldaten sollen umsonst mit dem Zug fahren dürfen, findet der Wehrbeauftragte.
Soldaten sollen umsonst mit dem Zug fahren dürfen, findet der Wehrbeauftragte.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags reagiert mit Unverständnis auf die Vorbehalte der Bahn.

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12. August 2019, 08:10 Uhr

Berlin | In der Frage nach Bahn-Freifahrten für Soldaten der Bundeswehr hat sich der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) verärgert über die Einwände der Deutschen Bahn gezeigt. Wenn man für den Dienst der Soldaten eine "besondere Wertschätzung der Nation zum Ausdruck bringen will, kann das ja wohl nicht an der Frage der Kostenrechnung eines besonders staatsnahen Unternehmens scheitern", sagte Bartels den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgabe).

Bartels forderte, der Bahnvorstand sollte "in eigener Verantwortung entgegenkommend" sein. Ein symbolischer Kostenbeitrag aus dem Verteidigungshaushalt müsse reichen. Der Bund zahle schließlich schon "zig Milliarden für den Ausbau des Schienennetzes", sagte Bartels.

Die Bedingungen der Bahn

Der "Spiegel" hatte am Sonntag berichtet, die Gespräche mit der Bahn über das Projekt von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) seien ins Stocken geraten. Strittig sind demnach vor allem die Buchungskonditionen. Die Bahn wolle Soldaten nur in nicht stark ausgelasteten Zügen transportieren, für die sie normalen Kunden vergünstigte Sparpreis-Tickets anbiete, berichtete das Nachrichtenmagazin. Zudem müsse aufwendig ein eigenes Buchungssystem programmiert werden, das Jahre dauern und 26 Millionen Euro kosten würde.

Auch das Budget für die Freifahrten kalkuliert die Bahn demnach weitaus höher als bisher. Für geschätzte 400.000 bis 800.000 Freifahrten von Soldaten pro Jahr seien rund 38 Millionen Euro nötig, berichtete der "Spiegel". Die Bahn bestehe zudem darauf, dass Soldaten nur Fernverkehrszüge wie den ICE aber keine Regionalverbindungen nutzen könnten.

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