Pflegereport : Was Pflegebedürftigen zusteht

 

 

Studie: Viele Betroffene und Angehörige kennen Leistungsansprüche bei Umbauten und Co. nicht immer genau

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17. November 2015, 12:00 Uhr

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wissen oft zu wenig Bescheid über die ihnen zustehenden Leistungen. Das geht aus dem Pflegereport 2015 hervor, den die Krankenkasse Barmer GEK gestern in Berlin vorstellte. So habe fast die Hälfte (45,6 Prozent) der Befragten, die auf eigene Rechnung für ihre zu Hause gepflegten Angehörigen altengerecht umgebaut haben, nicht gewusst, dass es dafür Pflegeversicherungsleistungen gebe.

Für diese Menschen bestehe indessen ein erheblicher Umbaubedarf, denn nur die Hälfte von ihnen lebe in altengerechten Wohnungen. Die maximale Höhe der Pflegeversicherungszuschüsse für einen Wohnungsumbau sind Anfang des Jahres von 2557 Euro auf 4000 Euro angehoben worden. Bezogen auf alle in häuslicher Pflege betreuten Menschen nutzten aber nur 3,5 Prozent diese Versicherungsleistungen.

Der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse, Christoph Straub, lobte das am Freitag verabschiedete zweite Pflegestärkungsgesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Gröhe wies wiederholt darauf hin, dass Pflegebedürftige nach dem neuen Leistungssystem früher unterstützt werden können – etwa beim Umbau einer barrierefreien Wohnung oder des Badezimmers.

Straub erklärte, angesichts der alternden Gesellschaft und zunehmender Pflegebedürftigkeit müssten pflegende Angehörige grundsätzlich besser unterstützt werden. Kranke wollten möglichst lange zu Hause gepflegt werden, daher seien auch mehr Angebote für die Pflegenden nötig. Pflege findet nach Straubs Worten denn auch immer mehr zu Hause statt. Entsprechend sei der Anteil vollstationärer Pflege zwischen den Jahren 2005 und 2013 von 31,8 auf 29,1 Prozent gesunken, sagte er. Zugleich müssten sowohl Frauen als auch Männer häufiger mit Pflegebedürftigkeit rechnen. 2013 seien bereits drei Viertel der gestorbenen Frauen und 57 Prozent der Männer pflegebedürftig gewesen. Auch die Dauer der Pflege weitet sich laut Pflegereport aus. Von den Männern seien 22 Prozent und von den Frauen sogar 41 Prozent vor ihrem Tod im Jahr 2013 länger als zwei Jahre gepflegt worden.

Interessanterweise sind in der Zeit von 1999 bis 2013 die Kapazitäten in der ambulanten und stationären Versorgung deutlich schneller gewachsen als die Zahl der Pflegebedürftigen. Damit wurden aber wohl vor allem bis dahin festgestellte Versorgungsdefizite – und damit längere Wartezeiten – abgebaut.

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