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Hintergründe : Was bringt die Flexi-Rente?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nahles Pläne werden Wirklichkeit. Was ist das Ziel und was ändert sich?

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Grünes Licht für die Flexi-Rente: Das Bundeskabinett hat die Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) heute auf den Weg gebracht. Doch was bringt die Flexi-Rente im Einzelnen? Hintergründe von Rasmus Buchsteiner:

Was ist das Ziel?

Union und SPD wollen Anreize für längeres Arbeiten setzen. Wer über die Regelaltersgrenze hinaus im Job bleibt, soll eine höhere Rente erhalten. Für Beschäftigte, die bereits früher aussteigen oder kürzer treten wollen, wird die Kombination von Beschäftigung mit reduzierter Stundenzahl und Teilrente erleichtert.

Was ändert sich bei der Teilrente genau?

Bisher kann eine Teilrente bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen werden – allerdings mit einem Abschlag von 0,3 Prozent pro Monat des früheren Rentenbezugs. Nur wer die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann unbegrenzt zur Rente hinzuverdienen. Ansonsten wird angerechnet und zwar nach einem relativ starren System. Wer bislang mehr als 450 Euro verdient, erhält nur noch zwei Drittel ausgezahlt.

Wie sieht es künftig aus?

Künftig entfallen diese Anrechnungsstufen ab dem 63. Lebensjahr. Der Hinzuverdienst soll bis zu einem Freibetrag von 6300 Euro jährlich nicht auf die Rente angerechnet werden. Von jedem Euro Lohn, der über diese Grenze hinausgeht, werden 40 Prozent von der Rente abgezogen. „Damit kann jeder selbst darüber bestimmen, zu welchem Anteil die berufliche Tätigkeit fortgesetzt und zu welchem Anteil mit dem Teilrentenbezug ein schrittweiser Ausstieg aus dem Beruf eingeleitet wird“, heißt es in der Großen Koalition.

Was muss man tun, wenn man früher aus dem Beruf aussteigen und dennoch nicht zu viel Rente verlieren will?

Wer Abschläge durch früheren Rentenbezug verkleinern oder vermeiden will, kann künftig bereits im Alter von 50 Jahren beginnen, freiwillig mehr in die Rentenkasse einzuzahlen. Bisher ist dies erst ab 55 Jahren möglich.

Wird es für Firmen attraktiver, ältere Arbeitnehmer länger zu beschäftigen?

Bisher zahlen Arbeitgeber ihren Anteil am Rentenbeitrag ein, ohne dass der Rentenanspruch gestiegen wäre. Künftig soll auch der Beschäftigte einzahlen können – beide Beitragsteile würden dann den Rentenanspruch vergrößern. Die Unternehmen müssen für Beschäftigte, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten, keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung zahlen.

Welche weiteren Änderungen sieht das Reformpaket vor?

Hartz-IV-Empfänger sollen nicht mehr gezwungen werden, eine vorgezogene Altersrente in Anspruch zu nehmen, wenn sie dadurch als Rentner auf Grundsicherung angewiesen wären. Voraussetzung ist aber, dass sie weiter als arbeitssuchend gemeldet bleiben.

Ab wann gilt die Rente?

Die Flexi-Rente soll zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.



 

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