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Hintergrund : Warum der Putsch scheiterte

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Stundenlang hielt der Putschversuch in der Türkei die Welt in Atem. Teile der Streitkräfte wollten die Macht übernehmen, konnten aber die Regierung nicht stürzen. Warum?

Das Volk leistete Widerstand

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat glühende Anhänger in der Türkei, die in Massen auf die Straße zogen. Seit 2002 hat seine islamisch-konservative AKP jede Wahl gewonnen. Noch wichtiger: Erdogans Kritiker lehnten den Putsch ebenfalls ab. Drei Oppositionsparteien sitzen im Parlament, alle schlugen sich auf die Seite der Regierung.

Das Militär war gespalten

Wenn die Putschisten gehofft hatten, dass sich ihnen große Teile der Armee anschließen würden, ging die Rechnung nicht auf. Deshalb hatten sie wohl auch schlicht nicht genug Soldaten, um strategisch wichtige Orte zu besetzen und auch zu halten. Armeechef Hulusi Akar und andere hochrangige Militärs waren regierungstreu.

Erdogan wird nicht festgesetzt 

Der Präsident war im Urlaub an der türkischen Ägäis-Küste in Marmaris. Sein Hotel wurde auch bombardiert – aber erst, nachdem er abgereist war.

Erdogan nutzte das Internet

Obwohl über Stunden unklar war, wo Erdogan steckte, erreichte er sein Volk. Im TV-Sender CNN Türk war er auf dem Bildschirm eines Smartphones zu sehen, das eine Moderatorin in die Kamera hielt. Per Facetime, einem Apple-Dienst für Videotelefonie, sprach er zum Land.

Die Welt stand hinter Erdogan

Ob UN, Nato, EU, USA, Russland oder Berlin, keine Stimme von Weltrang hieß den versuchten Putsch gut – bei aller Kritik an Erdogan.

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erstellt am 17.Jul.2016 | 18:09 Uhr

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