Vorsichtige Verteidungsministerin

Ursula von der Leyen steigt in Masar-i-Scharif  aus einer Transall, die sie zuvor inspiziert hatte.
Ursula von der Leyen steigt in Masar-i-Scharif aus einer Transall, die sie zuvor inspiziert hatte.

svz.de von
24. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Der Bogen ist groß, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen um die Drohne macht. Im Hangar des Einsatzgeschwaders von Masar-i-Scharif klettert sie zwar in Hubschrauber. Das unbemannte Flugzeug israelischer Bauart vom Typ „Heron 1“ lässt sie aber einfach links liegen. Die Piloten der Aufklärungsdrohne fangen sie bei ihrem Rundgang in sicherer Entfernung von dem achteinhalb Meter langen Fluggerät ab und führen sie direkt in den Container, von dem aus die „Heron“ gesteuert wird. Dieser Teil des Programms ist streng geheim. Journalisten müssen draußenbleiben. Bilder von dem leicht futuristisch anmutenden Flugobjekt und der Ministerin gibt es also nicht und auch kein öffentliches Gespräch von der Leyens mit den Soldaten darüber.

Damit wird ein Thema ausgespart, das von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) beinahe noch vor der Bundestagswahl das Amt gekostet hätte. Wäre der Skandal um die gescheiterte Beschaffung der Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ nicht gewesen, wäre von der Leyen in der neuen Regierung wohl auch nicht Verteidigungsministerin geworden.

Das Bild mit der Drohne ist aber nicht das einzige, das von der Leyen auf dieser Reise vermeidet. Beim Aussteigen aus dem CH-53-Hubschrauber drückt sie sich regelrecht an die Bordwand, um nicht in die Nähe der am Ausgang installierten Bordkanone zu kommen.

Fotos mit Helm oder Schutzweste gibt es von ihr ohnehin nicht. Eine Militarisierung ihres Images will die Ministerin ganz offensichtlich vermeiden. Ihre Vorgänger hatten da keine Berührungsängste.

Mit von der Leyen wird es so etwas nicht geben, das wird bei diesem Besuch klar. Bei der Drohne handelt es sich allerdings nicht um schweres Kriegsgerät, sondern um ein Aufklärungsflugzeug, das vor allem dem Schutz der eigenen Soldaten dient. Und um den zu gewährleisten will die Ministerin keine Materialkosten scheuen, wie sie in Masar-i-Scharif sagt. Es ist ihr erstes konkretes Versprechen an die Soldaten.

In den Weihnachtsferien will sie aber erst einmal ihr Lernprogramm fortsetzen. Ihre Mitarbeiter haben ihr vergangene Woche zur Begrüßung eine große Tarnflecktasche mit Fachliteratur geschenkt. „Die werde ich zwischen den Jahren kräftig büffeln“, hatte von der Leyen angekündigt.

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