Irland verlässt Rettungsschirm : Vom bösen Buben zum Musterknaben

Es ist eine Crux: Ausgerechnet ein Land, in dem sämtliche finanziellen Reißleinen versagt haben, wird jetzt zum Gegenstand von Lobeshymnen in der Eurozone.

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16. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Es ist eine Crux: Ausgerechnet ein Land, in dem sämtliche finanziellen Reißleinen versagt haben, wird jetzt zum Gegenstand von Lobeshymnen in der Eurozone. Irland hat seinen Finanzsektor aufgebläht, Immobilienspekulanten Tür und Tor geöffnet, ist deswegen in Richtung Staatspleite gerutscht. Vor drei Jahren vom europäischen Rettungsschirm aufgefangen, steht das Land jetzt wieder auf eigenen Füßen. Irland hat als erstes der europäischen Krisenländer den Euro-Rettungsschirm hinter sich gelassen. 2010 hatte Dublin vor allem wegen seiner taumelnden Banken die Rettungshilfen von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) angenommen. Der Schutzmechanismus, der Kredithilfen von insgesamt 67,5 Milliarden Euro umfasste, lief gestern aus. Am Abend gab Irlands Premierminister Enda Kenny den Ausstieg offiziell bekannt. Dies wird in der Eurozone als Beweis für das Funktionieren der Rettungsmechanismen gewertet. Unter dem Euro-Rettungsschirm bleiben noch Griechenland, Portugal und Zypern. Spaniens Programm für marode Banken endet am 23. Januar 2014. Als Nächstes muss über Portugal entschieden werden (bis Mai 2014).

Irland war 2010 nach einer schweren Immobilienkrise an den Rand eines Staatsbankrotts geraten. Im Jahr 2010 hatte die Neuverschuldung Irlands mehr als 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes betragen. Für 2013 prognostiziert der IWF ein Defizit von sieben Prozent.

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