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Nato rückt nach Osten vor : Video: Nato-Panzer rollen nach Litauen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Antwort auf Russlands Politik: Nato mit größter Truppenverlegung seit dem Ende des Kalten Krieges

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Bundeswehr hat eine neue Aufgabe im Ausland. Zwischen 400 und 600 deutsche Soldaten sollen in den nächsten Wochen in Litauen stationiert werden, um dem Nato-Partner mehr Sicherheit zu geben. Am Donnerstag sollten die ersten Panzergrenadiere verabschiedet werden. Litauen fühlt sich wie die anderen baltischen Staaten und Polen durch Russland bedroht. Es ist die größte Truppenverlegung in Richtung Osten seit Ende des Kalten Krieges.

Worum geht es?

Die Aufrüstung der Nato im Osten geht auf einen Beschluss des Warschauer Gipfels im vergangenen Jahr zurück. Sie ist eine Reaktion auf die Vereinnahmung der ukrainischen Krim durch Russland. Jeweils 1000 Nato-Soldaten werden nun nach Litauen, Estland, Lettland und Polen geschickt. Die Stationierung ist vor allem psychologisch wichtig. Die Nato zeigt, dass sie den kleinen Mitgliedern im Osten gegen einen übermächtigen Nachbarn beisteht.

Wo werden die deutschen stationiert?

In einer Kaserne in Rukla, einer 2000-Seelen-Gemeinde etwa 100 Kilometer von der russischen Enklave Kaliningrad entfernt. Die Nato-Truppe in Litauen wird von der Bundeswehr angeführt, es gehören ihr aber auch Soldaten aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen an.

Nimmt die Bundeswehr schwere Waffen mit?

Ja. Kern der Truppe sind Panzergrenadiere aus dem bayerischen Oberviechtach, die mit 20 „Marder“-Schützenpanzern, sechs „Leopard2“-Kampfpanzern und 170 weiteren Militärfahrzeugen ausgerüstet sein werden. Unterstützt werden sie von Sanitätern, Feldjägern und Pionieren.

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Wie ist der Zeitplan?

Nach der offiziellen Verabschiedung der Panzergrenadiere gestern soll der Kommandeur mit einem Vorauskommando am 23. Januar in Litauen eintreffen. Einen Tag später treffen die ersten belgischen Soldaten in Rukla ein. Bis Ende Februar soll die Kerntruppe komplett sein. Die Panzer werden ab Ende Januar mit Zügen über Polen nach Litauen gebracht.

Wird Moskau reagieren?

Hochrangige Nato-Militärs rechnen fest damit. Eine Option wäre, dass Russland „Iskander“-Mittelstreckenraketen in Kaliningrad einsatzbereit meldet. Mit diesen Geschossen könnten die russischen Streitkräfte Ziele in ganz Polen erreichen und sogar Berlin treffen. Nato-Militärs gehen davon aus, dass sie längst einsatzbereit sind und Moskau nur auf einen günstigen Zeitpunkt wartet, das zu verkünden.

Verlagert Moskau auch Truppen gen Westen?

Ja. Die russische Regierung hat bereits im vergangenen Jahr angekündigt, zwei neue Divisionen an der Westgrenze aufzustellen.Verteidigungsminister Sergej Schoigu sprach von 10 000 Soldaten und 2000 Fahrzeugen.

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