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Von der Leyen in Rukla : „Verteidigen die Freiheit“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Von der Leyens Treueschwur im Baltikum: Die Verteidigungsministerin bei Nato-Kampftruppen in Litauen

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2017 | 21:00 Uhr

„Haben Sie starke Nerven?“, fragt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), als sich die Delegation gestern Nachmittag zur Abreise nach dem Besuch des Militärstützpunkt Rukla in Litauen am Flughafen einfindet. Der brandneue Militärtransporter A400M, mit dem der Trupp am Morgen von Berlin nach Kaunas geflogen war, habe eine Panne, sagt sie, und deutet aufs Rollfeld – wo die riesige Maschine steht, eine Leiter am Triebwerk. Zurück gehe es mit einer jahrzehntealten „Transall“. Von der Leyen war ins Baltikum gereist, um ein Zeichen der Stärke zu setzen.

„Wir werden die Freiheit ohne Kompromiss verteidigen.“ Zwölf Grad unter Null, die Verteidigungsministerin steht auf einem mit Tarnnetzen überdachten Podest auf dem Stützpunkt Rukla und schwört der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite die Nato-Bündnistreue. „Niemals wieder wird Litauen alleine gelassen. Sie sind geschützt vom größten Militärbündnis aller Zeiten“, sichert die CDU-Politikerin zu, spricht von einem neuen Kapitel in den Beziehungen.

Grybauskaite hatte die deutsche Ministerin eingeladen. Sie sagt, die russische Aggression sei „tägliche Realität“ - die Grenze ist nur hundert Kilometer entfernt.

Gestern wurde mit großer Zeremonie der erste von vier multinationalen Gefechtsverbänden begrüßt, die die Nato im Baltikum und Polen stationiert. Geführt wird die Kampfgruppe in Rukla vom Panzergrenadierbataillon aus dem bayrischen Oberviechtach. 130 von 450 Bundeswehrsoldaten sind schon da. Sie stehen neben 100 Belgiern und weiteren Einheiten aus Frankreich und den USA in der eisigen Kälte in Hab-Acht-Stellung auf dem Paradeplatz, der vom Schnee geräumt ist. Die Hymnen kommen vom Band.

„Wir haben eine klare Bedrohung durch die aggressive Militarisierung in der russischen Exklave Kaliningrad“, berichtet Grybauskaite. Dort seien taktische Waffen stationiert, die Sicherheit ihres Landes könne nur durch die Nato-Abschreckung garantiert werden. Mehr als nur ein Hauch von Kaltem Krieg. Sie sei den Deutschen „unendlich dankbar“, dass sie die Führung übernehmen, ihre Solidarität unter Beweis stellen.

Die litauische Präsidentin in nachtblauem Persianer-Mantel mit passendem Hut, von der Leyen im taillierten Mantel und ohne Kopfbedeckung, schreiten an den Einheiten vorbei, sprechen mit den Kommandeuren, betrachten die Schützenpanzer und die mit schweren Maschinengewehren und Tarngras-Hauben bekleideten Elitesoldaten. Dann verschwinden beide im engen, von Panzern umrahmten Kommandounterstand, der extra für die Zeremonie aufgebaut wurde.

Für Grybauskaite sind die TV-Bilder wichtig. Die Angst in dem kleinen Balten-Staat an der Nato-Ostflanke ist groß, seitdem Russland die Krim annektierte und in der Ost-Ukraine zündelt. 45 Jahre lang stand Litauen unter als Teil der Sowjetunion unter Moskauer Kontrolle.

Im Vorjahr hatte die Nato die Stationierung der vier multinationalen Battle Groups in Estland, Litauen, Lettland und Polen beschlossen, um Russland die Muskeln zu zeigen.
 

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