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US-Militär in Afghanistan : Verschwommene Strategie

vom
Aus der Onlineredaktion

USA ordnen ihre Afghanistan-Pläne neu. Präsident Trump will wieder „angreifen“

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Donald Trump als Feldherr, der dem skeptischen Volk den Sieg in Afghanistan verspricht. Dass ein solches Bild absurd-skurril wirken muss, liegt auch daran, dass der US-Präsident bisher keine Anzeichen von intellektueller Qualifikation für das hohe Amt gezeigt hat. Seine Politik war lediglich von Schnellschüssen – wie bei dem von Gerichten zunächst gestoppten Einreiseverbot für Muslime – und Twitter-Eruptionen geprägt. Die Abschaffung von Obamas Gesundheitsreform scheiterte an der Unfähigkeit Trumps, Mehrheiten auf dem Kapitol zu schaffen. Und nun also Afghanistan, an dem sich die USA und einige Verbündete seit 2001 die Zähne ausbeißen.

Trump hat grundsätzlich recht, wenn er beklagt, dass Barack Obama mit der Verkündung eines festen Abzugstermins einen kapitalen politischen Kunstfehler begangen hat. Die Taliban konnten die Zeit aussitzen und haben zu neuer Stärke gefunden. Völlig illusorisch ist deshalb aber auch die Hoffnung Trumps, dass die Radikalislamisten in irgendeiner Form zu Verhandlungen bereit sein könnten. Gerade Trump müsste wissen, dass eine Position der Stärke nicht für Konzessionen spricht. Nun will der US-Präsident am Hindukusch „gewinnen“ – was immer das heißen mag. Details über Truppenstärken und Einsatzdauer hält er geheim. Das macht eine Bewertung seiner Strategie erst einmal schwierig.

Doch am Kernproblem wird auch Trump nichts ändern können: der anhaltenden Unfähigkeit der unmotivierten einheimischen Sicherheitskräfte.

 

Taliban drohen Trump mit „Friedhof“

Die Taliban haben als Reaktion auf die neue Afghanistanstrategie von Donald Trump angekündigt, einen „heiligen Krieg bis zum letzten Atemzug“ führen zu wollen. Der US-Präsident hatte in einer Ansprache an die Nation eine Verstärkung des US-Engagements in Afghanistan in Aussicht gestellt.

Man werde die Taliban daran hindern, Afghanistan zu übernehmen, sagte Trump. Die US-Truppen in Afghanistan erhielten künftig größere Freiheiten, um Terroristen und international agierende kriminelle Netzwerke ins Visier zu nehmen. Talibansprecher Sabiullah Mudschahid schrieb in einer Email an Medien, solange auch nur ein US-Soldat im Land sei, würden die Taliban ihren „Dschihad mit Entschlossenheit“ fortsetzen. „Wir werden ihnen (den Soldaten) Angst machen und ihrer Regierung die Realitäten in diesem Land zeigen.“ Die Taliban seien nicht kampfesmüde. Sollten die USA nicht abziehen, werde Afghanistan zu ihrem Friedhof werden.

 

 



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