Kritik an Olaf Scholz : „Unterirdisch“: Ralf Stegner kritisiert Simone Lange scharf

„Es geht nicht um die Frage, ob Frau Lange gegen Herrn Stegner kandidiert.“ Vielmehr geht es der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange darum, zuerst darüber zu reden, wie eine Öffnung der Partei möglich ist. Marcus Dewanger
„Es geht nicht um die Frage, ob Frau Lange gegen Herrn Stegner kandidiert.“ Vielmehr geht es der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange darum, zuerst darüber zu reden, wie eine Öffnung der Partei möglich ist. Marcus Dewanger

Knatsch in der SPD: Weil sie Kritik an Olaf Scholz äußerte, wird die Flensburger Oberbürgermeisterin ihrerseits kritisiert.

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21. November 2019, 10:05 Uhr

Kiel/Berlin | Der schleswig-holsteinische SPD-Fraktionschef und Bundesparteivize Ralf Stegner hat Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange wegen ihrer Kritik an Bundesfinanzminister Olaf Scholz scharf kritisiert. „Die Flensburger Oberbürgermeisterin gibt ein ganz trauriges Beispiel für unsolidarisches Verhalten in der SPD ab“, sagte Stegner am Mittwoch gegenüber shz.de. Egal wie man zu Scholz stehe, sei Langes Kritik „in der Sache destruktiv und im Ton unterirdisch“ gewesen, wetterte Stegner.

Wie berichtet hatte Lange dem gerade in einem Mitgliedervotum um den SPD-Vorsitz ringenden Scholz und dessen Mitstreiterin Klara Geywitz in einem offenen Brief an die Parteimitglieder politische Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft abgesprochen. Scholz habe „in der Vergangenheit mindestens dreimal zu viel versprochen“, schrieb Lange. Stegner warf ihr deshalb vor, dass sie „der SPD schadet“.

Weiterlesen: „Zu viel versprochen“ – Simone Lange attackiert Olaf Scholz scharf

Kritik, wenn auch viel vorsichtiger, übte Stegner zudem an SPD-Landeschefin Serpil Midyatli und Juso-Bundeschef Kevin Kühnert. Midyatli hatte bekannt gegeben, dass sie in der Stichwahl der beiden Bewerber-Duos um den Parteivorsitz für die zwei nordrhein-westfälischen Kandidaten Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken stimmen werde. Stegner kommentierte das knapp mit den Worten: „Jeder muss selbst entscheiden, was er öffentlich bekannt gibt.“ Er selbst werde sich nicht zu der Frage äußern.

Sorgen um die Geschlossenheit der SPD

Auch auf die Frage, ob er beim SPD-Parteitag im Dezember erneut für den stellvertretenden Parteivorsitz kandidiere, legte er sich nicht fest. Vielmehr teilte er einen Seitenhieb an Juso-Chef Kühnert aus, der sich Anfang der Woche bereits als Bewerber für einen der Vizeposten ins Gespräch gebracht hatte. „Aus Respekt vor dem Mitgliedervotum finde ich die Ankündigung eigener Karriereambitionen bei anderen nicht gut und äußere mich auch selbst erst dann, wenn das Ergebnis des Votums feststeht“, sagte Stegner. Die Stichwahl läuft noch bis 29. November.

Ralf Stegner. Foto: Carsten Rehder
Carsten Rehder
Ralf Stegner. Foto: Carsten Rehder


Der im Kampf um den Parteivorsitz bereits in der ersten Runde ausgeschiedene Stegner machte außerdem deutlich, dass er sich nach einem womöglich knappen Ausgang des Mitgliedervotums Sorgen um die Geschlossenheit der SPD macht. „Wir müssen einen Aufbruch schaffen – mit programmatischer Klarheit und neuem Zusammenhalt“, mahnte Stegner. Dafür wünsche er sich „mehr Signale“. Die SPD, die in Umfragen schon länger bei 15 Prozent Zustimmung dümpelt, werde „nicht mehr viele Chancen kriegen – das muss jetzt sitzen.“

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