NATO-Manöver vor Polen : Unerwünschte Begegnung

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Sie heißen „Anakonda“, „Baltops“ oder „Säbelhieb“: Vor dem Nato-Gipfel im Juli findet eine Großübung nach der anderen im östlichen Bündnisgebiet statt. Dabei kann es auch schon mal zu unerwünschten Begegnungen kommen.

svz.de von
16. Juni 2016, 20:45 Uhr

Zwei russische Kampfflugzeuge haben sich während eines Marinemanövers der Nato vor der polnischen Küste zwei Kriegsschiffen der USA und Großbritanniens genähert. Die Flieger vom Typ Su-24 seien bis auf 300 Meter an das US-Flaggschiff „Mount Whitney“ und den britischen Hubschrauberträger „Ocean“ herangeflogen, sagte US-Kommandeur James Foggo am Donnerstag kurz vor dem Abschluss der zweiwöchigen Übung im polnischen Ustka. „Sie haben mir eine kleine Flugshow geboten.“

Die russischen Flieger hätten sich aber „professionell“ verhalten und kein Sicherheitsrisiko dargestellt, betonte der US-Vizeadmiral. Die Begegnung mit den Kampfjets habe sich bereits am Dienstag ereignet.

Solche Tiefflüge kommen immer wieder mal vor. Im April hatten sich russische Kampjets dem US-Schiff „Donald Cook“ über der Ostsee sogar bis auf 30 Meter genähert.

„Baltops“ ist das größte Marine-Manöver der Nato in diesem Jahr. Es sind 43 Schiffe und 6100 Soldaten aus 17 Ländern beteiligt. Der Übungsverband sei ständig von zwei russischen Aufklärungsschiffen beobachtet worden, sagte Foggo. Die russischen Aktivitäten um das Manöver herum seien in diesem Jahr insgesamt aber „auf relativ geringem Niveau“ gewesen.

Die Bundeswehr ist mit etwa 800 Soldaten an „Baltops“ beteiligt. Das ist die stärkste deutsche Beteiligung an einem Manöver im östlichen Bündnisgebiet in diesem Jahr. Insgesamt schickt die Bundeswehr 5500 Soldaten in 24 Übungen und einige Ausbildungseinsätzen vor allem nach Polen und ins Baltikum. 2015 beteiligten sich noch 4400 Soldaten an 16 Manövern.

Die Ausweitung der Truppenstärke bei den Übungen bedeutet auch höhere Kosten. Das Verteidigungsministerium hat für 2016 mit 95 Millionen Euro zehn Millionen mehr für Manöver veranschlagt als 2015. Im Vergleich zu 2014 sind es sogar 25 Millionen mehr.

Polen, Lettland, Litauen und Estland fühlen sich seit der Annexion der Krim vor gut zwei Jahren von Russland bedroht. Die Nato will bei ihrem Gipfeltreffen in Warschau am 8. und 9. Juli weitere Maßnahmen zum Schutz der Bündnispartner beschließen.

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