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Kurzporträt: Werner Faymann : Umstrittener SPÖ-Chef gibt auf

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erstellt am 09.Mai.2016 | 14:07 Uhr

Werner Faymann galt als Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) lange als Überlebenskünstler. Acht Jahre lang war der gebürtige Wiener als Parteiobmann an der Spitze der SPÖ - und das zum Teil heftig umstritten. Der Bundeskanzler habe seiner Partei keinen Stempel aufgedrückt, sondern jeweils den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht, warfen ihm zuletzt Parteimitglieder öffentlich vor.

Im Umgang zeigte er sich stets freundlich und umgänglich. Echten Herausforderungen und schwierigen Situationen habe er sich aber kaum gestellt, so seine Kritiker. Nun ist seine Zeit an der Spitze abgelaufen.

Umgeben hat sich der 56-Jährige stets mit langjährigen, äußerst loyalen Vertrauten. Widerworte und andere Meinungen soll er in seinem engen Umfeld nicht geduldet haben. Außerdem wird Faymann nachgesagt, ein besonders enges Verhältnis zu Boulevard-Medien zu haben, bei denen er auch kostspielige Inserate zur Werbung für die SPÖ geschaltet haben soll.

In der Flüchtlingskrise halten Faymann viele vor, von der gemeinsamen „Willkommens-Kultur“ mit Deutschland abgerückt zu sein. Die neue, restriktive Linie sollte wohl viele Wähler, die zur rechten FPÖ abgewandert sind, wieder zurückholen.

Denn seit Faymann SPÖ-Chef war, verlor die Partei bei praktisch jeder Wahl Stimmen. Das brachte zuletzt auch die eigene Basis auf die Barrikaden. Große Teile der eigenen Mitglieder buhten den zweifachen Vater bei dem traditionellen Mai-Aufmarsch medienwirksam und lautstark aus. Sie forderten den Rücktritt Faymanns, um die Partei fit für die Zukunft machen zu können.

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