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Eindringling vor Stockholm : U-Boot war nicht russisch, sondern wohl deutsch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Abschlussbericht nach zweimaliger Jagd auf Eindringling vor Stockholm: Verirrte sich die Marine? Verteidigungsministerium dementiert

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Das Unbehagen bei den Stockholmern war groß, als im Oktober 2014 und im April 2015 von ausländischen U-Booten vor der Hauptstadt die Rede war, auf die erfolglos Jagd gemacht wurde. Angesichts des deutlich aggressiveren Auftretens russischer Streitkräfte in der Ostseeregion seit der Krimbesetzung, nahm die Öffentlichkeit sofort an, dass es sich um russische U-Boote handelte.

Doch gestern meldete das seriöse, öffentlich-rechtliche Radio Schweden (SR), dass es sich zumindest beim am 14. April 2015 im südlichen Stockholmer Schären bei Vindbåden gesichteten U-Boot „wahrscheinlich“ um ein deutsches handelte. Dies habe der Abschlussbericht der schwedischen Marine ergeben, so der Sender. „Der Schlusssatz der Analyse war, dass es sich wahrscheinlich um ein deutsches U-Boot handelte“, meldet SR. Der Bericht wurde Schwedens Regierung und dem parlamentarischen Verteidigungsausschuss im Dezember 2015 von der Marine übergeben, so der Sender unter Berufung auf interne Quellen. Dass Stockholm in Berlin keinen Protest eingelegt hat, begründet der Sender damit, dass nicht völlig eindeutig bewiesen werden konnte, dass es sich um ein U-Boot der deutschen Marine handelte.

Schwedens Regierung und der parlamentarische Verteidigungsausschuss wollten den Bericht des Senders gestern weder dementieren noch bestätigen. Allerdings gab es Andeutungen, dass es sich um ein unabsichtliches Eindringen der Deutschen gehandelt haben könnte. „Ich glaube, man sollte nicht bei allen Zwischenfällen davon ausgehen, dass sie russisch sind, es gibt ja viele andere Staaten, die sowas tun. Oft ist es unabsichtlich, etwa wenn man vom Kurs abgekommen ist. Man muss Unterschiede zwischen unglücklichen Umständen, Zufall und Systematik machen“, deutete Hans Wallmark, Sprecher der Konservativen im Verteidigungsausschuss an.

„Meine Grundeinstellung ist, dass ich weniger Angst vor deutschen U-Booten in der Nähe schwedischer Gewässer als vor russischen habe. “, sagte er. Der Sprecher des deutschen Verteidigungsministerium Jens Flossdorf sagte gegenüber SR, dass er die Information nicht kenne und sie nicht bestätigen könne.

Die schwedische Marine hatte das anscheinend deutsche Unterwasserfahrzeug zufällig bei einem Manöver entdeckt und Aufnahmen gemacht. Es war drei bis vier Minuten über Wasser, tauchte dann ab, tauchte ein paar Sekunden wieder auf, um dann gänzlich zu verschwinden.

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