Kurdenmiliz leistet Widerstand : Türkische Truppen rücken in syrische Grenzstadt Ras al-Ain ein

Explosionen in Ras al-Ain.
Explosionen in Ras al-Ain.

Die türkischen Truppen haben am Samstag ihren Vormarsch gegen die Kurdenmiliz YPG fortgesetzt und sind in die Grenzstadt Ras al-Ain in Nordsyrien eingedrungen.

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12. Oktober 2019, 15:16 Uhr

Ras al-Ain | Angaben aus Ankara, wonach die türkische Armee die Stadt erobert habe, wurden vom Rebellenbündnis SDF umgehend dementiert. Auch ein AFP-Reporter berichtete über anhaltende Gefechte in Ras al-Ain.

Die türkischen Truppen und ihre syrischen Verbündeten waren laut der Beobachtungsstelle am Samstagmorgen aus drei Richtungen auf Ras al-Ain vorgerückt. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten nahmen sie dabei ein Industriegebiet am Stadtrand ein.

Der Kampf um Ras al-Ain dauere aber an, betonte ein Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Er widersprach damit Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara, das verkündet hatte, die strategisch wichtige Grenzstadt sei "unter Kontrolle" der türkischen Armee. Die SDF sind ein Bündnis der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und arabischer Milizen.

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afp/Nazeer Al-Khatib


Die Türkei hatte am Mittwoch nach einem Rückzug von US-Soldaten aus dem syrischen Grenzgebiet ihre lange angedrohte Militäroffensive gegen die YPG in Nordsyrien begonnen. Die Armee bombardierte die Grenzstädte Tal Abjad und Ras al-Ain aus der Luft, zudem rückten türkische Bodentruppen und ihre syrischen Verbündeten auf die beiden Ortschaften vor.

In der Nacht zum Samstag nahmen die türkischen Truppen laut der Beobachtungsstelle elf Ortschaften in Nordsyrien ein, die meisten von ihnen in der Nähe von Tal Abjad. Seit Mittwoch eroberten sie demnach insgesamt 23 ehemals von den Kurden kontrollierte Orte.

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afp/Nazeer Al-Khatib


Seit dem Beginn der Offensive wurden mehr als 70 kurdische Kämpfer sowie 30 Zivilisten in Nordsyrien getötet, wie die den Rebellen nahe stehende Beobachtungsstelle weiter mitteilte. Die Angaben der in London ansässigen Organisation sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Auf türkischer Seite wurden nach Angaben Ankaras 18 Zivilisten getötet. Bei den Kämpfen in Nordsyrien seien außerdem vier Soldaten getötet worden. Nach UN-Angaben flohen bereits mehr als 100.000 Menschen aus dem Grenzgebiet vor den Kämpfen.

Die USA und andere westliche Staaten hatten den türkischen Militäreinsatz von Beginn an heftig kritisiert, da sie in der YPG den wichtigsten Partner im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sehen. Sie fürchten ein Wiedererstarken der IS-Miliz.

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